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Didier Cuche hat die Streif im Griff

ski alpinZum zweiten Mal in diesem Winter hat Didier Cuche mit einer Bestzeit im Abfahrtstraining aufgewartet. In Kitzbühel kam gestern keiner an ihm vorbei.

Kein Wölkchen schob sich gestern vor die Sonne, es herrschten optimale Bedingungen für das zweite Abfahrtstraining auf der Streif. Doch so soll es nicht weitergehen: Schon für heute sind in Kitzbühel Schnee oder gar Regen angesagt, und die Vorhersage für die Renntage ist mitnichten besser. Dunkle Wolken über Österreich – das gilt im übertragenen Sinn auch für das einheimische Abfahrtsteam. Es ist nur eine Momentaufnahme, doch in dieser steht die Schweiz in der Königsdisziplin deutlich besser da als der Dauerrivale. Drei von vier Abfahrten der Saison haben die Schweizer gewonnen (Österreich: null), es gab sechs Podestplätze (vier), fünf Fahrer sind in den Top 15 der Abfahrtsrangliste (drei). Vier der letzten fünf Kugeln für den Disziplinenweltcup gingen dank Didier Cuche an einen Schweizer, Didier Défago ist der aktuelle Olympiasieger. Und was den Österreichern am meisten wehtut: In den letzten vier Jahren stellte die Schweiz jedes Mal den Sieger auf der Streif. Für Österreich, das über alle Disziplinen gesehen noch immer die unangefochtene Skination Nummer 1 ist, ist es höchste Zeit für einen einheimischen Sieger in der Hahnenkammabfahrt. Und in den beiden Trainings meldete vor allem Klaus Kröll mit der besten respektive zweitbesten Zeit seine Ambitionen an. «Wir sind schwer motiviert, werden alles geben, um zurückzuschlagen», sagte der Lauberhornsieger von 2011. Und auch die Teamkollegen Mario Scheiber, Romed Baumann und Hannes Reichelt scheinen für den Angriff auf die Krone bereit zu sein. Doch dafür müssen sie vor allem an einem vorbeikommen: Didier Cuche, dank seinen vier Triumphen hier gemeinsam mit Franz Klammer Abfahrtsrekordsieger. Er setzte gestern mit der deutlichen Bestzeit zum Beweis an, dass er die Enttäuschung von Wengen (15.) überwunden hat. «Das geht schon noch besser», sagte der 37-Jährige zwar zu seiner Fahrt, die schon bestechend gut aussah. Aber: «Es tut gut, wenn man merkt, dass man die Strecke beherrscht.» Didier Cuche ist mit seinen zehn Speedpodestplätzen in Kitzbühel der klare Favorit am Samstag. Doch er ist nicht der Einzige. «Es ist gut, wenn du am Start stehst und weisst, dass aus deiner Nation gleich fünf oder sechs Fahrer aufs Podest fahren können», sagt Didier Défago, der die Hahnenkammabfahrt 2009 gewinnen konnte. Osi Inglin ist überzeugt, dass das starke Auftreten des Schweizer Speedteams das Selbstvertrauen der einzelnen Fahrer festigt. Und dass Cuche der Auslöser des Laufes war, respektive dessen Sieg in der ersten Abfahrt der Saison in Lake Louise. «Das war ein Schlüsselrennen», sagt der Männercheftrainer. Im Speedbereich trainieren die Schweizer im Sommer und Herbst gruppenübergreifend. «Wenn einer merkt, dass er Cuche im Training schlagen kann und dieser dann ein Rennen gewinnt, ist das stimulierend. Dann weiss er: Wenn ich das im Rennen umsetze, kommt das gut.» Feuz mit Zuversicht Einer, der Cuche im Rennen schon bezwungen hat, ist Beat Feuz. Auf die Hektik und den Terminstress, die sein Lauberhornsieg auslöste, folgten zwei, drei ruhige Tage in Kitzbühel. Und in diesen kehrte der Erfolgshunger bereits wieder zurück – nach der kurzen Sättigung, die auf die Erfüllung seines Bubentraums in Wengen gefolgt war. Feuz glaubt zwar, dass er die Piste in Kitzbühel noch nicht komplett beherrscht und die Routiniers Vorteile geniessen. Doch dann drücken das Selbstvertrauen und die Zuversicht beim Überflieger der Saison wieder durch. «Ich lasse mich gerne dadurch überraschen, dass ich die Strecke am Samstag dann doch im Griff habe.» Die Österreicher sollen gewarnt sein: Der Satz klang trotz des spitzbübischen Lächelns wie eine Drohung an die Konkurrenz. Eva Breitenstein, Kitzbühel>

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