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Die Ascom verabschiedet sich aus der Stadt Bern

TelecomzuliefererDie Ascom sucht einen Käufer für ihre Sparte Security Communication. Damit geht ihr letztes Berner Standbein verloren.

Die Sparte Security Communication ist das Sorgenkind des Ascom-Konzerns. Ihr Umsatz ist im ersten Halbjahr 2011 um 20 Prozent auf 51,4 Millionen Franken eingebrochen. «Wir machen unser Geschäft im Wesentlichen mit einem Kunden, der Schweizer Armee», erklärte Ascom-CEO Fritz Mumenthaler an der gestrigen Medienkonferenz. «Ihre Nachfrage ist eher rückläufig und verläuft wellenförmig, weil sie nicht jedes Jahr einen grösseren Auftrag vergibt.» Darunter leidet die Division mit ihren rund 320 Mitarbeitern – davon 180 in Bern –, die unter anderem Funksysteme für die Armee entwickelt. Ab sofort: Käufer gesucht Die Geschäftsleitung hat deshalb beschlossen, die Sparte zu verkaufen. Verhandlungen würden noch keine geführt, betonte Mumenthaler. Doch er werde als Kopf einer Arbeitsgruppe, die auch externe Berater beinhaltet, nach Interessenten suchen. Einen Fahrplan für den Verkauf gebe es keinen. Sicher ist nur: «Es soll zügig vorangehen.» Wenn der Telecomzulieferer nun die kleinste seiner drei Divisionen veräussert, dann bedeutet dies das Ende des Ascom-Konzerns in Bern. Damit ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte des einst stolzen Unternehmens (siehe Text unten) abgeschlossen. Der rechtliche Sitz der Holding bleibe aber vorläufig in Bern, sagte Mumenthaler. Die Konzernleitung arbeitet bereits heute im zürcherischen Dübendorf. Hoffnung für Mitarbeiter Die Sparte Security Communication ist in die drei Kernbereiche Verteidigung, Öffentliche Sicherheit und Infrastruktur-Betreiber aufgeteilt. Sie ist zuständig für so unterschiedliche Produkte wie Kommunikationslösungen für Armeen, Polizeien, Feuerwehren und Bahnen sowie auch für die orangen Notrufkästen, die unsere Autobahnen zieren. Die Ascom geht davon aus, dass sie die Division nicht als Ganzes veräussern kann, sondern die einzelnen drei Teile an verschiedene Käufer abgeben wird. «Dabei stehen die Chancen gut, dass die Arbeitsplätze in Bern erhalten bleiben», sagte der CEO gestern. Dies gilt insbesondere für den Bereich Verteidigung: «Die Rüstungsentscheide werden in Bern getroffen, und auch unser Kunde ist in Bern. Wer den Bereich übernimmt, wird ihn deshalb höchstwahrscheinlich in der Bodenweid weiterführen.» Als ein möglicher Käufer kommt der Rüstungskonzern Ruag in Frage. Es könnte aber auch sein, dass ein ausländisches Unternehmen ein Standbein in der Schweiz aufbauen möchte. «Wir werden bei der Suche Priorität darauf legen, dass der Standort Bümpliz und die dortigen Arbeitsplätze erhalten bleiben», versprach Mumenthaler. In Zukunft will sich der Telecomzulieferer auf die beiden Sparten Wireless Solutions (interne Kommunikationslösungen für Spitäler, Pflegeheime und Hotels) und Network Testing (Tests und Optimierungen von Mobilfunknetzen) konzentrieren. Geprüft werden auch weitere Übernahmen. Zuletzt hatte die Ascom die finnische Miratel gekauft, die Rufsysteme in Spitälern und Pflegeheimen entwickelt. Halb so viel Gewinn Das Geschäft des Konzerns harzt: Der starke Franken lastet auf dem Ergebnis im ersten Halbjahr 2011. Der Umsatz sank um 10 Prozent auf 253 Millionen Franken. Der Reingewinn halbierte sich fast auf 9 Millionen. Negativ ausgewirkt haben sich Wechselkursverluste im Finanzergebnis von 6,6 Millionen Franken und Kosten für die frühzeitige Auflösung eines Bankkredits von 1,4 Millionen. Die Ascom erwartet aber mit Blick auf den Auftragseingang von 277 Millionen Franken ein starkes zweites Halbjahr. Mirjam Comtesse>

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