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Die Alpen bleiben, das Museum wird neu

bernIm September beginnt für das Alpine Museum Bern eine Metamorphose, die sowohl den Bau als auch die inhaltliche Ausrichtung umfasst. Sonderausstellungen über Natur und Mensch stehen im Vordergrund.

Die Erhaltung der Natur, insbesondere des sauberen Wassers, wird in Zukunft von grösster Bedeutung sein. Diese Botschaft soll das Alpine Museum am Helvetiaplatz noch stärker betonen und das Publikum sensibilisieren. Alt-Bundesrat Adolf Ogi setzt sich im neu gebildeten Patronatskomitee für dieses Anliegen ein. Der Naturfreund und Politiker aus Kandersteg bezeichnet die Alpen als historischen und mentalen Kern der Schweiz. Ogi zitierte an der gestrigen Medienorientierung den einstigen Staatschef der Sowjetunion. «Gorbatschow räumte dem Schutz der Natur die allerhöchste Priorität ein. Sonst bestehe die Gefahr eines dritten Weltkriegs ums Wasser.» Der alpine Raum erstreckt sich von München bis Mailand und von Wien bis Lyon. In diesem Einzugsgebiet leben rund 60 Millionen Menschen, die auf sauberes Wasser aus dem Alpengebiet angewiesen sind. «Noch haben wir genug», sagte Ogi, «aber wir müssen die Verletzbarkeit dem Publikum bewusst machen.» Ogi und die Museumsleitung wollen dieses Ziel mit knackigen Ausstellungen erreichen. Neu mit Sonderausstellungen Wenn ein Museum wie das Alpine Museum am Helvetiaplatz die Alpen zum Kernthema ernennt, kann es sich bei diesen zukunftsweisenden Fragen als Aussteller profilieren. Diesem Bedürfnis will die Museumsleitung nun nachkommen. Mit dem Wandel des Inhalts geht auch ein Wandel des Baus einher. «Die Architektur stellt sich in den Dienst der Inhalte», betonte Stiftungsratspräsident Paul Messerli an der gestrigen Medienorientierung. Von September bis kommenden Frühling wird das Museumsgebäude modernisiert. Ausstellungsstücke und Vitrinen von heute kommen morgen ins Depot zu anderen Sammlungen. Der grösste Teil der Räume wird künftig für Sonderausstellungen genutzt. Und die neue Cafeteria Las Alps soll einen farbigen Akzent setzen. «Wir möchten das Haus für ein neues Publikum erschliessen, das auch kulturell interessiert ist», sagte Beat Hächler, neuer Museumsdirektor ab Oktober. Es ist kein Zufall, dass mit ihm ein Geisteswissenschaftler das Zepter übernimmt. Hächler arbeitete bisher im Stapferhaus in Lenzburg, welches gesellschaftliche Fragen beleuchtet und Wissen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln vermag. Natur und Mensch Neue Akzente werden denn auch bei der Themenwahl gesetzt. Die naturwissenschaftlichen statischen Objekte weichen einem Konzept, welches das Zusammenwirken von Mensch und Natur interaktiv aufzeigt. Hächler denkt an Fragen zu Mobilität, Energie, Identität und Bergen oder Tourismus. Neben der Vergangenheit rückt auch die Zukunft in den Fokus. Weiter plant das Museum eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit und einen regen Austausch von Wissen und Erfahrungen mit anderen Museen – auch grenzüberschreitend bis nach Asien oder Südamerika. Mit dem «Biwak» soll zudem eine Experimentierbühne entstehen. Stadt unterstützt Umbau Ohne Geld geht nichts. Allein für den Umbau und die Infrastruktur rechnen die Verantwortlichen mit Kosten von rund 4 Millionen Franken. Obschon die Museen unter kantonaler Obhut sind, spielt die Stadt Bern eine Schlüsselrolle. Sie schiesst als Impulsfinanzierung einen Kredit von 2,5 Millionen Franken mit günstigen Zinsen vor. Dazu kommt ein weiterer Beitrag von 400000 Franken, sofern der Stadtrat zustimmt. Stadtpräsident Alexander Tschäppät will mit dieser Geste ein Zeichen setzen: «Von seiner Thematik und Bedeutung her müsste das Alpine Museum den Status des Schweizerischen Landesmuseums haben», befindet Tschäppät. Hannah Einhaus>

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