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Die Armee im Krieg und Wandel

ThunWie war die Armee früher organisiert? Wie schaltete und waltete sie während der Weltkriege? Diese und andere Fragen waren das Thema am letzten Vortrag des Vereins Schweizer Armeemuseum.

Organisiert wurde der von gut 50 Personen besuchte Event vom Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM). Der Vortrag fand in einem Gebäude der Stiftung Historisches Material der Schweizer Armee an der Uttigenstrasse statt. Umgeben von lebensgrossen Pferdefiguren und Schaufenstersoldaten in historischen Uniformen, konnte man dem Referat über die Kunst der Kriegsorganisation lauschen. Der Redner war Jürg Keller, ehemaliger Instruktionsoffizier der Infanterie und Brigadier, der heute «passionierter Militärhistoriker» ist. Warum Truppenordnung? Der Anlass zum Thema Truppenordnung war, dass vor genau hundert Jahren die vom Bundesrat verabschiedete erste Truppenordnung (TO) in Kraft getreten war. Unter der Truppenordnung verstand man die interne Organisationsstruktur der Armee, dazu gehörten unter anderem die Einteilung der Armeedienstleistenden organisatorisch in Divisionen oder Brigaden oder nach Funktion, wie die der Sanitäter oder der Füsiliere. Doch auch die Zuteilung der Ausrüstung und Bewaffnung wurde in der Truppenordnung geregelt. Die Form der Truppenordnung sollte das schwerfällige Militärorganisationsgesetz ablösen. Schwerfällig insofern, dass es sich um Recht des Bundes auf Gesetzesstufe handelte und daher dem fakultativen Referendum unterlag. Wegen der Referendumsdauer dauerte es zu lange, solche Gesetze veränderten Umständen anzupassen. In der Form der Truppenordnung hatten der Bundesrat und das Parlament die Kompetenz, dieses Recht nach Bedarf zeitgerecht abzuändern. Zwischen den Weltkriegen Ein weiterer Umstand der bedingte, dass das Recht zur Militärorganisation der Flexibilität bedurfte, war der technische Fortschritt. So wurde die 1911 in Kraft gesetzte TO 11 während des bald danach ausgebrochenen Ersten Weltkrieges gewissermassen im Notrecht oft gebrochen. Während am Anfang des Ersten Weltkrieges die Maschinengewehre auf Divisionsebene verteilt waren, gab es vier Jahre später schon ganze Maschinengewehrkompanien bei den Füsiliersbataillonen. Diese zweifellos notwendigen Änderungen wurden nachträglich durch die TO 25 legitimiert. Die Schweiz musste auch weiterhin mit dem Aufrüsten im Ausland mithalten. So wiederholte sich derselbe Vorgang im Zweiten Weltkrieg mit den TO 38 und TO 47. In den TO 51 und schliesslich 61 wurde der Mechanisierung und der atomaren Bedrohung Rechnung getragen, die TO 61 blieb dann bis zum Ende des kalten Krieges in Kraft. Die letzte Truppenordnung wurde schliesslich mit der Armee 95 abgeschafft. An ihre Stelle traten die neuen Regelungen, nun «Armee Organisation» genannt. Diese wurden laufend angepasst – wohl eher den finanziellen Möglichkeiten des Landes als der aktuellen Bedrohung, kritisiert der Redner. Bis heute sei dies nicht mehr geändert worden. Markus Kestenholz>

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