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Die Auferstehung des A-cappella-Pops

DÜdingenDas Gesangsquintett «aGsang» um den ehemaligen Abakustiker Guido Philipona tritt erstmals mit einem Showprogramm auf.

Im Proberaum der Musikgesellschaft Concordia sind an diesem Tag keine Blechbläser zu hören, und auch der Stuhl des Dirigenten bleibt unbesetzt. Die gedämpfte Akustik ist für grossen Schalldruck ausgerichtet und für die menschliche Stimme alles andere als ideal. Doch das kümmert die fünf Sänger von «aGsang» nicht, die hier an ihrer neuen Show arbeiten. «Du chasch doch jitz nid scho wele ga!», schmettern sie inbrünstig und blicken schmachtend zu einem imaginären Publikum. In wenigen Tagen tritt die neue Gruppe erstmals mit einem abendfüllenden Programm an die Öffentlichkeit. Bis alles klappt, bleibt noch einiges zu tun. Lokale Vokalpioniere «aGsang» setzt sich aus bekannten Grössen zusammen: Fast zeitgleich lösten sich 2010 zwei Freiburger A-cappella-Ensembles auf. Für viele kam das Ende von Vox Orange und der Abakustiker völlig unerwartet. Beide Bands waren so etwas wie lokale Pioniere in Sachen Vokalmusik. Als reine Männerensembles in Kleinformation hatten sie während mehrerer Jahre die Szene geprägt. Schon an ihrem ersten Auftritt am Strassenmusikfestival 1994 in Luzern hatten sich die «Vöxeler» in die Herzen der Zuhörer gesungen. Fast ebenso lang waren die Abakustiker unterwegs. Mehr als fünfhundertmal traten sie im In- und Ausland auf – und waren der wohl erfolgreichste musikalische Freiburger Exportartikel neben Gustav und dem «Lyoba» von Abbé Bovet. Plus zwei Bassstimmen Nach dem Abgang ihres Leiters Frank Brügger, der sich beruflich neu orientierte, suchten die verbleibenden Abakustiker-Sänger und Musiker nach einer neuen Bassstimme. Für sie war klar, dass sie weitermachen würden, wenn auch nicht mehr unter demselben Namen. Trotz Anzeigen in der Presse blieb die Suche zuerst erfolglos, bis schliesslich der Zufall etwas nachhalf. Seither vervollständigen die beiden Bassstimmen von Vox Orange im Doppelpack das bestehende Trio aus Bariton und zwei Tenören. Schon bei der ersten Probe wurde klar, dass hier die musikalische Chemie stimmte. Und auch ein neuer Name war bald einmal gefunden. «aGsang» erscheint nicht nur ganz oben im Alphabet, sondern ist zweisprachig verständlich und zugleich Programm. Das Deutschfreiburger Quintett möchte damit durchaus in der Romandie Akzente setzen. Das geht auch ohne Management. «Für uns ist klar, dass wir nicht mehr fünfzigmal im Jahr auftreten werden», meint Benedikt Jutzet. «Wir sind wählerischer geworden. Familie, Beruf und Privatleben sind uns viel zu wichtig.» Der kommende Auftritt in Düdingen ist der erste offizielle; allerdings war «aGsang» inoffiziell schon mehrmals zu hören. Seit Herbst 2011 arbeitet das Quintett am neuen Repertoire. Für den letzten Schliff haben die Sänger auch einen Berater mit Bühnenerfahrung beigezogen. Regisseur Mark Kessler hilft mit, die Show so stimmig und lebendig wie möglich zu gestalten. Für die musikalischen Arrangements zeichnet Guido Philipona verantwortlich, er steuert auch eigene Kompositionen bei. Herzklopfen aus TV-Serien In ihrem ersten Bühnenprogramm dreht sich alles um Beziehungen. In Anspielung an Groschenromane und endlose TV-Serien bringt «Herzklopfen» augenzwinkernd dargebotene musikalische Frischkost, amüsant und leicht präsentiert. Die billigen Fernsehserien haben den Komponisten Philipona zum Titel «Feuilleton» inspiriert. «Die Geschichten sind meistens so verworren, dass niemand mehr den Überblick hat. Jede Folge bringt neue Wendungen und Dramatik. Und am Schluss haben alle mit allen schon mal etwas gehabt», sagt er. Neben eigenen Stücken wartet das Programm unter anderem mit Songs von Lady Gaga bis DJ Bobo auf. Überraschungen sind garantiert. Romano P. RiedoDas erste Konzertder neuen Gruppe «aGsang» findet im Rahmen des Programms Kultur in der Kirche in Düdingen am Freitag, 10.Februar 2012, um 20 Uhr statt. www.agsang.ch >

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