Die Favoriten siegten auf der angepassten Strecke

Grindelwald

Die 22. Eiger Bike Challenge in Grindelwald mit 830 Teilnehmenden gewannen die Favoriten Urs Huber und Esther Süss. Oliver Zurbrügg wurde Neunter.

Teilnehmer verschiedener Kategorien erreichen das Ziel. Darunter auch der Lauterbrunner Oliver Lüthi (r.), der über 88 Kilometer Neunter wurde.

Teilnehmer verschiedener Kategorien erreichen das Ziel. Darunter auch der Lauterbrunner Oliver Lüthi (r.), der über 88 Kilometer Neunter wurde.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Das Gletscherdorf im Zeichen des Mountainbikes: Die massiven Räder dominierten das Strassenbild im Dorfzentrum. Am Samstag waren es die Kinder. Auf einem mobilen Pumptrack auf dem Nordwand-Platz machten die Kleinsten auf Laufvelos erste Rennerfahrungen.

Die Grösseren hatten zuerst den steilen Endweg zu bewältigen, bevor auch sie die Wellen und Kurven des Pumptracks, der für einen ganzen Monat aufgestellt bleibt, befuhren und dann über die steile Rampe der Fussgängerpasserelle ins Ziel auf dem Bärplatz einfuhren. An neuralgischen Stellen sorgen Helfer für Sicherheit. «Auf der Rampe muss man schon etwas bremsen», erklärte Riccardo Dosantos (10) aus Grindelwald bereitwillig.

Start Gletscherschlucht

V-Bahn-Baustellen-bedingt war der Start der eigentlichen Eiger-Bike-Challenge-Rennen am Sonntag auf dem Parkplatz Gletscherschlucht und nicht auf dem Männlichenparkplatz. Sie begannen mit einem «Safety-Car» mit gelbem Blinklicht, denn der erste Teil des engen und am Anfang steil in den Talgrund abfallenden Strässchens wurde kontrolliert gefahren. Morgens um 7 Uhr starteten die 88-Kilometer-Fahrer, später starteten zwei Gruppen 55-Kilometer-Fahrer. Die Elektrobikefahrer hatten einen besonderen Kurs, und die Kurzdistanzler (22 Kilometer) begannen ihr Rennen auf dem Bärplatz.

Überall war ein Motorradfahrer dabei, unter anderem auch, damit Wanderer auf die Bikerennfahrer aufmerksam gemacht werden konnten. «Wir sind eine lose Gruppe aus dem Emmental und dem Oberaargau und machen das hier schon viele Jahre», sagte Enduro-Fahrer Ueli Burkhalter aus Krauchtal, der die Gruppe leitet. «Wir haben die neue Streckenführung Bachalpsee–Waldspitz im Regen rekognosziert, sie ist schon sehr anspruchsvoll. An einer Stelle mussten wir einander helfen, um die Maschinen wieder aus dem Dreck zu ziehen. Überall durchfahren können wir nicht, wir wählten die nötigen Umfahrungen.»

«Der Bachalpsee-Trail macht Spass», fand der Lauterbrunner Oliver Zurbrügg, der Hoffnungsträger der Jungfrauregion. Über und über mit Matsch besprenkelt, kam er ins Ziel und wurde Neunter. «Ich bin happy über meinen Platz, ich hatte einen Platten. Ich habe wirklich alles gegeben, was ich kann», sagte er nach einer Zeit von Berg- und Talfahrt von 4:32:15,8 im Ziel.

Der gefragteste Mann war Urs Huber aus Mettmenstetten, der Favorit des 88-Kilometer-Rennens. Nach einem Rahmenbruch 2017 und einem Schlüsselbeinbruch 2018 ist er am Eiger Bike auf die Siegerstrasse zurückgekehrt. Den dritten Platz belegte Hansueli Stauffer aus Sigriswil: Vorjahressiegerin Ariane Lüthi aus Gunten musste sich mit einer Zeit von 5:40:16,8 nur Esther Süss geschlagen geben, der Weltmeisterin, Europameisterin und mehrfachen Schweizer Meisterin im Marathon.

Urs Huber aus Mettmenstetten siegte über die 88 Kilometer. Foto: PD

Einst mit Dusche

Es war die Eiger Bike Challenge von Kevin Amacker, der das Vereinspräsidium ad interim übernommen hat und es für 2020 an Marcel Homberger übergeben wird. Ein Anliegen war ihm, die Strecke mit der neuen Führung über Single-Trails spannender zu machen. Der Anfang scheint nach intensiven Kontakten mit den zuständigen Behörden und Organisationen gelungen zu sein.

Für Fans im Ziel auf dem Bärplatz war die Kategorie Eltern/Kind nett anzusehen: Väter und Söhne hielten sich an der Hand, Väter gaben dem Junior am steilen Endweg noch einen kleinen Schubs, schnelle Söhne schauten, dass der Vater doch noch gleichzeitig über die Ziellinie zu fahren vermochte, Mütter lächelten ihrem Kind zu. Edith Michel, die früher auf der Kleinen Scheidegg einen Verpflegungsstand hatte und jetzt im Festzelt mitarbeitet, stellte fest, dass die Biker im Lauf der Jahre immer fitter geworden sind. «Wir hatten früher auf der Scheidegg eine provisorische Dusche, und viele Biker genossen sie, weil sie doch sehr erschöpft ankamen», erinnert sie sich.

Rangliste: datasport.ch.

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