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Die Geisterjagd sorgt für Lärm

Morgen, am Weihnachtsabend um Mitternacht, beginnt im Oberhasli die Altjahrswoche, die am 30. mit dem Ubersitz endet. Für viele sind das Glockengeläut und die Trommelschläge Musik in den Ohren. Für andere ist es Lärm.

Wenn die Frauen und Männer in den kommenden Tagen und vor allem Nächten mit Trycheln und Trommeln durch die Gassen des Oberhaslis ziehen, haben sie ein Ziel: Die bösen Geister zu verscheuchen, damit sie im alten Jahr bleiben. Der Brauch lockt jedes Jahr viele Schaulustige an. Doch nicht alle Gäste haben an dieser Geisterjagd Freude. Die Trychelzüge machen auch vor den Hotels nicht Halt. Hier erhalten sie Speis und Trank und sind eigentlich gern gesehene Gäste. Ziehen sie allerdings mitten in der Nacht durch die Flure,wecken sie zuverlässiger als eine Sirene. Davon betroffen sind vor allem die grossen Hotel, deren Flure auch gross genug sind, um dort Glocken zu schwingen. «Das ist ein Gerücht» Gegenwärtig geistert das Gerücht durchs Oberhasli, die Hoteliers wollten in diesem Jahr den Trychlern den Zutritt in ihre Häuser verbieten. Aber Simon Anderegg, Präsident des Hoteliervereins Meiringen-Oberhasli winkt ab: «Das ist wirklich ein bösartiges Gerücht, das stimmt so nicht.» Richtig sei, dass einige Hoteliers aus Meiringen die Anführer der Trychelzüge zu einer Gesprächsrunde eingeladen hätten. Dabei wurde unter anderem abgemacht, welcher Zug wann wo verpflegt werden wolle. Immerhin kann es sich dabei jeweils um eine Gruppe von bis zu 100 Leuten handeln. «Bei dieser Gelegenheit haben die Hoteliers darum gebeten, dass nach 1.30 Uhr die Glocken und Trommeln nicht mehr im Hotel erklingen», sagt Simon Anderegg. Er weist darauf hin, dass es immer wieder zu Klagen kommt, Gäste wegen der gestörten, respektive verünmöglichten Nachtruhe Geld zurück verlangen. «Gerade Reisebüros nehmen die Hoteliers in die Pflicht, das wirkt sich aufs Budget aus», erklärt der Präsident des Hoteliervereins. Bereits während dem Gespräch mit den Trychelmajoren sei aber klar geworden, dass Brauchtum vor Nachtruhe gehe. «Die betroffenen Hoteliers haben das so entgegen genommen», sagt Anderegg. Schlussendlich müsse aber jeder Gastgeber selber die Verantwortung tragen. «Offene Gespräche darüber, dass dieser Brauchtum auch seine Schattenseiten hat, müssen möglich sein. Immerhin verdoppelt sich während dieser Zeit die Zahl der Bevölkerung von Meiringen. Wenn das in einer Stadt der Fall ist, werden auch spezielle Sicherheits- und Abfalldispositive erstellt», sagt Simon Anderegg und hofft auf gegenseitige Rücksicht.Susanna Michel >

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