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Die hart umkämpfte Antenne wurde bewilligt

UnterseenDer Regierungsstatthalter hat den Bau der umstrittenen UMTS-Antenne in Schulnähe bewilligt. Die

Nach den Berichten der zuständigen Fachstellen erfüllt die Mobilfunkantenne, die Sunrise auf dem Gebäude Seidenfadenstrasse 22A in Unterseen montieren will, alle gesetzlichen Vorgaben. Deshalb erteilte der Interlakner Regierungsstatthalter Walter Dietrich die Baubewilligung. Die gesetzlichen Bestimmungen liessen nichts anderes zu. Auch die Gemeinde Unterseen, die wegen der vielen betroffenen Einwohner und der nahen Schulen Einsprache erhoben hatte, anerkennt, dass die Antenne rechtskonform ist, und verzichtet auf eine Beschwerde gegen die Baubewilligung. «Der Gemeinderat hat nun aber auch beschlossen, möglichst schnell einen ‹Antennenartikel› ins Baureglement aufzunehmen», sagt Gemeindepräsident Simon Margot. Der Artikel, den betroffene Anwohner letzten Herbst mit einer Petition angeregt hätten, könne zwar keine neuen Mobilfunkantennen verbieten. Nach dem Vorbild anderer Gemeinden strebe Unterseen aber eine koordinierte Planung an. Ärger über Masslosigkeit Auch Ruedi Oertig, einer der rund 700 privaten Einsprecher aus dem betroffenen Wohnquartier, sieht nicht viel Sinn darin, die Einsprache weiterzuziehen. Er wundert sich aber, dass die Antenne mitten im dicht bevölkerten Wohn- und Schulquartier – und gegen den vehementen Widerstand so vieler Betroffener – aufgestellt werden darf. Und fragt sich, ob man ein so hohes Risiko in Kauf nehmen muss, dass sensible Menschen unter der Dauerbestrahlung leiden, nur weil die Unterhaltungsindustrie immer mehr Mobilfunkanwendungen auf den Markt bringt und damit immer höhere Sendeleistungen «nötig» macht. «Eine flächendeckende Grundversorgung für die Mobiltelefonie ist sinnvoll – zum Beispiel auch für Notfälle», findet Oertig. «Aber die ist hier auf dem Bödeli überall gewährleistet.» Und er verweist auf die Websites der Anbieter, die dies bestätigen. «Da kann man doch nicht mehr mit dem gesetzlichen Versorgungsauftrag der Mobilfunkanbieter argumentieren.» Oertig und andere Einsprecher weisen auch darauf hin, dass alle drei geplanten Antennen auf dem Seidenfaden-Sendemast systematisch an die gesetzlich eben noch zulässigen Grenzwerte gehen. «In einem der nahen Wohnblöcke werden 98,83 Prozent der erlaubten Strahlung ausgeschöpft», rechnet Oertig vor. Von seinem Verdacht, dass der Grenzwert in noch näher gelegenen Wohnungen sogar überschritten werde, schrieb er auch dem Regierungsstatthalter. «Eine Abklärung der zuständigen Fachstelle des Beco ergab aber keine Überschreitung», sagt Dietrich. Viele Rechtsverwahrungen Neben gesundheitlichen Folgen fürchten viele Einsprecher auch einen Wertverlust ihrer Liegenschaften – ein Thema, das seit 2003 auch im Nationalrat wiederholt zu Vorstössen führte. Auf die Gefahr, dass die Strahlung entweder die Gesundheit beeinträchtigen oder aber zum Beispiel dazu führen könnte, dass Banken nur noch tiefere Hypotheken gewähren, haben rund 200 Einsprecher mittels Rechtsverwahrung hingewiesen. Darauf könnten sie sich stützen, wenn sie in einem allfälligen zivilrechtlichen Verfahren später einmal Schadenersatz fordern. Sibylle Hunziker>

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