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Die Krise als Chance

Vertreter aus Wirtschaft, Bankenwelt und Behörden diskutierten am Wirtschaftsbrunch in Thun über Wege aus der Krise. Sich jetzt auf Schweizer Werte und Stärken zu

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Am Beispiel seiner eigenen Firma verdeutlichte Johann N.Schneider-Ammann, Verwaltungsratspräsident der Ammann Group Holding AG und Präsident des Branchenverbands Swissmem, was die Wirtschaftskrise an Schaden anrichtete. Der Jahresumsatz ging 2009 um 300 Millionen auf 1,1 Milliarden Franken zurück, weltweit mussten 300 von total 3400 Stellen gestrichen werden. «Es geht wieder moderat aufwärts. Für Entwarnung ist es aber noch zu früh.» Schneider-Ammanns Referat bildete den Ausgangspunkt für die anschliessende Talkrunde am gestrigen siebten Wirtschaftsbrunch in Thun. Zum Anlass, an dem rund 250 Gäste teilnahmen, hatten der Wirtschaftsraum Thun (WRT) sowie der Verein Regionale Wirtschaftskoordination (RWK) geladen. Unterschiedliche Folgen Auch Eva Jaisli, CEO bei PB Swiss Tools, spürte den massiven Einbruch in ihrem KMU. «Plötzlich spielten über Jahre aufgebaute Netzwerke eine noch wichtigere Rolle», sagte Jaisli. Die Firma habe ihr Profil zusätzlich geschärft und sich auf Schweizer Werte wie Qualität, Seriosität und Innovation besonnen. Heuer werde sich zeigen, ob sich dies am Markt auszahle. Der Generaldirektor des Grand Hotel Victoria-Jungfrau, Hans-Rudolf Rütti, stellte fest, dass 2009 vorwiegend die Buchungen von Geschäftskunden zurückgegangen sind, nicht aber jene von Individualtouristen. «Wir haben die Krise in den unterschiedlichen Segmenten unterschiedlich stark gespürt», so Rütti. Diese Beobachtung machte auch Hans-Ulrich Müller, Präsident des Swiss Venture Club: «Während einige Firmen noch immer auf Kurzarbeit angewiesen sind, nehmen bei anderen die Auftragseingänge wieder zu.» Situation besser als 2009 Jean-Daniel Gerber, Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco, prognostiziert mittelfristig eine Arbeitslosenquote von fünf Prozent. Obwohl das Tief auf dem Arbeitsmarkt also noch nicht ganz ausgestanden sei, «präsentiert sich die Situation heute weitaus weniger unsicher als vor einem Jahr», meinte Gerber. Daher sprach auch Schneider-Ammann den Anwesenden zum Schluss Mut zu: «Unser grösstes Kapital ist immer noch das Know-how in unseren Köpfen. Wir dürfen den Mut nicht verlieren und die Krise als Chance sehen.»Gabriel Berger >

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