Die Kugel mit dem exzentrischen Schwerpunkt

Matten

Die Bowls Clubs Jungfrau und Thun sind an den Weltmeisterschaften in Sydney dabei.

Caro Lehmann, Thun, und Thomas Wälti, Jungfrau, siegten an den Schweizer Meisterschaften vor Rita Hob, Uzwil, und Martin Siegenthaler, Gstaad (links), und Marianne Künzle und Ueli Häusler, beide Jungfrau (rechts).

Caro Lehmann, Thun, und Thomas Wälti, Jungfrau, siegten an den Schweizer Meisterschaften vor Rita Hob, Uzwil, und Martin Siegenthaler, Gstaad (links), und Marianne Künzle und Ueli Häusler, beide Jungfrau (rechts).

(Bild: Guido Lauper)

Anders als im angelsächsischen Raum, wo der Bowls-Sport seit Jahrhunderten bekannt sei, gebe es zur Etablierung des bei uns weitgehend unbekannten Kugelspiels noch viel zu tun, sagte Franz Zaller, Präsident von Swiss Bowls, an den 4. Schweizer Meisterschaften Einzel (Single) im Eissportzentrum Bödeli, Matten. Dies anlässlich der Preisverleihung nach den dreitägigen Ausscheidungen im Einzel von je 16 Spielerinnen und Spielern der fünf Schweizer Bowls Clubs Thun, Gstaad, Langenthal, Uzwil und Jungfrau.

Letzterer hatte bereits 2018 die Schweizer Meisterschaft im Doppel (Pairs) durchgeführt und nun zu den diesjährigen Spielen Einzel eingeladen. Der erste Bowls Club war 2007 in Gstaad gegründet worden, der nationale Verband Swiss Bowls im Jahr 2012.

Nach der Preisverleihung erklären sich Caro Lehmann als erstplatzierte Dame (Thun) – sie hatte bereits die jedes zweite Jahr stattfindende SM Singles von 2017 gewonnen – und Thomas Wälti (Jungfrau) bereit, nächstes Jahr die Schweiz in Australien zu vertreten, wohin nach Auskunft von Bowls-Club-Mediensprecher Beat Anneler jedes Land nur jeweils eine Gewinnerin und einen Gewinner delegieren kann. Für die Europameisterschaften Doppel (Paris) vom 20. bis 28. September in Guernsey, England, haben sich die Schweizer Meister 2018 Walter und Aeschi Lehmann sowie Nelly Bettschen und Erika Rubin qualifiziert, alle vom Club Jungfrau.

Caro Lehmann (Bowls Club Thun) auf dem Weg zum Titel. Bild: Guido Lauper

Ungewohnt geformte Kugel

Die Bowls-Kugeln mit ihrem exzentrischen Massenschwerpunkt sind dem Curlingstein verwandt. Die Curling- Szene gilt den auch als «prädestinierte Hauptquelle von Bowls in der Schweiz». Statt auf dem Eis werden die Kugeln auf Kunst- oder Naturbelägen geworfen.

Dem staunenden Betrachter fallen die «unlogischen» Kurven auf, die sie allem physikalischen Verständnis zum Trotz ziehen, um dem Jack, der gelben Kugel, möglichst nahe zu kommen. Das Spiel verläuft ruhig und besonnen. Nicht verwunderlich, verlangt das Werfen der ungleichmässig geformten Kugeln mit einem Gewicht für Erwachsene von plus/minus 1400 Gramm doch äusserste Konzentration. Kleiner und leichter sind die Kugeln für Kinder, damit sie in deren Hände passen.

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