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Die Männer wollten prügeln

Drei junge Thuner wurden gestern vom Kreisgericht Thun zu bedingten Strafen zwischen 14 Tagessätzen und 15 Monaten verurteilt.

Gerichtspräsident Jürg Santschi, der das Urteil bekannt gab, erklärte zuerst, wie das Kreisgericht vorgegangen war. «Zuerst muss sich das Kreisgericht ein Bild davon machen, was passiert ist. Daraus ergibt sich, welche Gesetzesbestimmungen angewendet werden und welche Folgen das hat. Folgen in Bezug auf das Strafmass oder allenfalls einen Freispruch. Zuletzt werden noch die Kosten bestimmt.» Die Geschichte hat sich nachts beim Berntor und in der Berntorgasse abgespielt. Einer der vier hat einen Passanten wiedererkannt, mit dem er am frühen Abend bereits aneinandergeraten war. Er soll gesagt haben: «Das ist der Gleiche wie vorher.» Vermutlich stammt auch der Spruch «Wir wollen ihn verprügeln» vom gleichen Täter. Dieser stand jedoch gestern nicht vor dem Kreisgericht, weil sein Fall vom Jugendgericht beurteilt werden muss. Mitgegangen, mitgehangen Alle vier gingen dem Mann hinterher in die Berntorgasse, der Jüngste voraus. Er war es auch, der den Mann zu Fall brachte. Zwei der andern schlugen ebenfalls auf das Opfer ein, der Dritte hielt sich zurück. Er fand die Schlägerei falsch und blieb einfach wartend in der Nähe stehen. Weil er zuerst die Absicht hatte mitzumachen, sich aber später entschied, nur zuzuschauen, erachtete das Gericht ihn ebenfalls als schuldig. Als Teil der Gruppe habe er mit seiner Anwesenheit die anderen Gruppenmitglieder gestärkt. Er war ja mit der Schlägerei einverstanden, allerdings nicht damit, dass sie derart ausarten würde, unter anderem mit Fusstritten gegen den Kopf. Keiner der drei Angeschuldigten wollte etwas anderes als prügeln. Die Idee, dem Opfer auch Geld abzunehmen, hatte nur der Jüngste, der dies gemäss Aussagen des Opfers auch allein ausführte. Damit kam das Kreisgericht zum Schluss, dass die drei wegen Angriffs zu verurteilen seien, der Vorwurf des Raubes oder der räuberischen Erpressung traf in ihrem Fall nicht zu. Gerichtspräsident Santschi sprach wiederholt davon, dass es sich hier um gravierende Taten gehandelt habe, man habe das Opfer, als es am Boden lag, mit den Füssen getreten. Das zeigte sich dann auch bei den Strafen, die deutlich höher ausfielen, als die Verteidiger am Dienstag beantragt hatten (vgl. Ausgabe von gestern). Der Zuschauer, ein 22-jähriger Student, wurde wegen Angriffs zu einer bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu 60 Franken und einer Busse von 200 Franken verurteilt. Der ebenfalls 22-jährige Monteur, der das Opfer geprügelt hatte, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Busse von 1500 Franken verurteilt. Der 20-jährige Haupttäter, der noch in der Lehre ist, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünfzehn Monaten und einer Busse von 400 Franken verurteilt. Der junge Mann hatte eine Woche nach der Prügelei in der Berntorgasse an der Burgstrasse einen Mann mit der Faust niedergestreckt, ihm das Portemonnaie gestohlen und anschliessend versucht, mit den Bankkarten Geld zu beziehen. Es gelang ihm, an einem Automaten 200 Franken zu beziehen. Als er mit einer der gestohlenen Karten einen Kleiderkauf bezahlen wollte, funktionierte die Karte jedoch nicht. Bei diesem Versuch wurde er von einer Verkäuferin erkannt und später von der Polizei dingfest gemacht. Die Hälfte der Verfahrenskosten wurde dem Lehrling auferlegt, die andern beiden bezahlen je einen Viertel. Margrit Kunz >

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