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Die Punktejäger liessen sich vor allem am Vormittag blicken

burgdorfAm Morgen war reger Betrieb, am Nachmittag nur noch wenig los: Die roten Punkte zogen unterschiedlich viele Leute in die Altstadt.

Nichts deutet an diesem frühen Samstagnachmittag in der Burgdorfer Altstadt auf einen besonderen Anlass hin. Wären da nicht die grossen roten Punkte an den meisten Schaufenstern von Geschäften und anderen Institutionen. «Treffpunkt Altstadt» heisst die Aktion, und sie ist der offizielle Start des Projekts «Altstadt Plus» der Detaillistenorganisation Pro Burgdorf, das neues Leben in die oft – zu – ruhigen historischen Gassen bringen soll. Jetzt gilt es also, bei den gekennzeichneten Geschäften und Institutionen vorbeizuschauen. Bei jedem Besuch gibt es einen Punkt. Wer sechs beisammen hat, klebt diese auf eine Karte, nimmt so an einem Wettbewerb um Reisen und andere Preise teil und bekommt in einem der teilnehmenden Restaurants erst noch ein Getränk gratis. Lebhafte Diskussion Im Goldschmiedeatelier von Oliver Trösch an der Hohengasse allerdings ist um zwei Uhr nichts zu sehen von Punktejägern oder interessiertem Publikum. Alles in allem 19 Leute, «die Säuglinge mit eingerechnet», hätten ihm seit dem frühen Morgen bei seinem Kunsthandwerk über die Schulter geschaut, sagt er und lacht. Zum Glück kommt gerade noch der pensionierte Schreiner Fritz Gloor vorbei, und so erhält Trösch noch einmal die Gelegenheit, sein Berufswissen weiter-zugeben. Etwa, wie ein Silberdraht zum Basisteil für eine späteren Kette wird. Und dass Silber eben nicht oxidiere, sondern sulfidiere, da ein Edelmetall keine Sauerstoffverbindung eingehe. Ein weiterer Besucher tritt ein, und gemeinsam mit Christoph Balmer, dem ebenfalls anwesenden Geschäftsleiter von Pro Burgdorf, kommt es zu einer lebendigen Diskussion über die Punkteaktion und die geplante neue Verkehrsführung in der Oberstadt. Vor dem Schuhladen Handschin lässt sich Balmer auf einer altertümlichen Putzvorrichtung die Schuhe blank polieren. Im Innern ist kurz vor drei Uhr trotz der Punkteaktion nicht viel los. Wegen des samstäglichen Markts sei vor allem am Morgen viel gelaufen, erklärt Inhaberin Heidi Handschin. Etwas verärgert zeigt sie sich über das von der Velostation neu eingerichtete «Atelier. wir-bringens.ch» in den ehemaligen Räumen von Mode Niederhauser gleich nebenan. Das Geschäft mit den Blachentaschen im Schaufenster habe die Türen schon kurz nach dem Mittag geschlossen. Dabei sei seine Eröffnung doch speziell an den Anlass gekoppelt worden. Neu aufgemacht hat an diesem speziellen Samstag übrigens auch noch der Raritäten-Laden an der Rütschelengasse, wo es nun allerhand Brocantemässiges zu erstehen gibt. Die geplante Eröffnung verschoben hat dagegen die Strickwerkstatt im ehemaligen Kaufhaus Strauss. Nochmals geschlossene Türen Bei einem mit der Punktekarte eingelösten Gratiskaffee in der Oso Lounge, wo Christine Schürch von «der Kaffee» aus Signau Einblicke in das Kaffeerösten gibt, erzählt Strauss-Nachfahre René Strauss, dass er eigentlich gerne hinter die Kulissen des Casino Theaters geblickt hätte. Aber auch hier seien die Türen am Nachmittag verschlossen gewesen. Immerhin habe er in sechs anderen Geschäften im Kornhausquartier und in der Oberstadt interessante Einblicke erhalten. «Die Aktion hat Leute in die Oberstadt gebracht», resümiert Gerdi Nyffeler vom Geschäft Linea Mode. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss bedient Irène Christen im gleichnamigen Blumenladen noch einzelne Kunden. Gepunktet hätten viele, vor allem die Kinder, weiss sie zu berichten. Persönlich findet sie die Aktion rund um die Wiederbelebung der Oberstadt lobenswert. In diesem Rahmen hat sie auch unzählige Gewürzpflanzen verschenkt. Lilo Lévy-MoserNeu eröffnete Geschäfte: «Atelier.wir bringens.ch» an der Hohengasse 9/11, Raritäten-Laden an der Rütschelengasse 9. >

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