Die Raiffeisenbank Jungfrau kauft das Kunsthaus

Interlaken

Die Partnerschaft zwischen Bank und Kulturinstitution bringe beiden Vorteilen. Der Kauf erfolgt im Baurecht.

<b>Die Partnerschaft ist aufgegleist (v.l.):</b> Kurator Heinz Häsler, Bernhard Nufer, Vorsitzender Raiffeisenbank Jungfrau, und Roland Seiler, Präsident der Stiftung Kunst- und Kulturhaus Interlaken.

Die Partnerschaft ist aufgegleist (v.l.): Kurator Heinz Häsler, Bernhard Nufer, Vorsitzender Raiffeisenbank Jungfrau, und Roland Seiler, Präsident der Stiftung Kunst- und Kulturhaus Interlaken.

(Bild: Monika Hartig)

«Beim ersten Termin hatte ich Bauchflattern – doch nun bin ich glücklich! Ich danke Bernhard Nufer», erklärte Roland Seiler, Präsident der Stiftung Kunst- und Kulturhaus Interlaken, am Montag.

Nufer habe die Idee einer Partnerschaft gut aufgenommen. «Und er konnte den Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Jungfrau davon überzeugen.» Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit der Bank. Seiler: «Wir sind uns bewusst, dass das Engagement, das das regional verwurzelte Finanzinstitut eingeht, alles andere als selbstverständlich ist.»

Nach einer Standortbestimmung im Vorjahr hatte die Kunsthaus-Stiftung finanziell potente Partner gesucht. Dies wegen finanzieller Altlasten, aber auch für etwaige zukünftige Finanzlücken, denn die Finanzierung von Ausstellungen wird immer teurer.

Bei einem Jahresbudget von nur 390'000 Franken ist der Kulturbetrieb nur dank den etwa 2500 Stunden jährlicher Fronarbeit, deren Löwenanteil Kurator Heinz Häsler leistet, möglich. Seiler: «Es ist sensationell, was hier geleistet wird.»

Nutzungsrecht bis 2107

Man fand die optimale Lösung: Die Raiffeisenbank Jungfrau kauft den Anteil, den das Kunsthaus Interlaken an der Stockwerkeigentümergemeinschaft der Liegenschaft Jungfraustrasse 55 hat, im Baurecht. Dieses endet im Jahr 2107.

Den Kaufpreis teilen die Partner nicht mit. Eigentümerin des Bodens ist die Gemeinde. Da sich die Kunsthausstiftung ein unentgeltliches Nutzniessungsrecht bis 2107 ausbedungen hat, können nun sämtliche Schulden des Kunsthauses getilgt werden. Seiler: «Mit dieser Abmachung bekommen wir mehr, als wir geben.»

Zwar leiste die Bank einen wesentlichen Beitrag an die Zukunft des Kunsthauses als kulturellen Leuchtturms der Region, doch nicht alle Probleme seien damit gelöst. «Wir brauchen zudem mehr Geld von der Öffentlichkeit, sprich vom Kanton, den Gemeinden im Oberland-Ost und der Regionalkonferenz.»

Seit Anfang Woche hängt bereits die Fahne der Raiffeisenbank vor dem Kunsthaus. In Kürze soll eine Tafel folgen mit den Logos der Partner. «Wir bleiben unabhängig, auch im Gestaltungsbereich», erklärt Seiler.

Die Bank hat das Recht, den Konzertsaal für eigene Bedürfnisse zu nutzen oder ihn anderen Interessenten zur Verfügung zu stellen. So etwa für das Raiffeisen-Forum, wo Akteure aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft sich austauschen können.

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