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Die richtige Mischung ist gefragt

Thuns Sportchef Andres Gerber weiss, dass das Team in den ersten sieben Spielen mehr Punkte hätte gewinnen können. Er weist aber darauf hin, es brauche das richtige Verhältnis aus Bescheidenheit und Anspruchshaltung.

Am frühen Sonntagabend wurde er beim FC Thun fast schon verzweifelt gesucht. Trainer Murat Yakin hatte ihn im Auswärtsspiel gegen Luzern gesucht, Mittelfeldspieler Dennis Hediger ebenfalls. Und Verteidiger Timm Klose hoffte, sein Team würde ihn bis zum Spiel gegen den FC Zürich am übernächsten Samstag gefunden haben. Die Thuner vermissten den «Killerinstinkt», wie sie sagten. Das 1:1 beim FC Luzern war bereits ihr fünftes Unentschieden in dieser NLA-Saison. Wieder einmal waren sie das bessere Team gewesen, wieder einmal vergaben sie aber viele Möglichkeiten. Noch mehr Potenzial Die Spieler haben den Tag nach dem Match frei bekommen. Sportchef Andres Gerber dagegen sitzt in seinem Büro und erledigt Pendenzen. Er ist sich bewusst, dass sein Team problemlos mehr Punkte gewonnen haben könnte als die 11, die es bis jetzt sind. Und dass mehr als der vierte Zwischenrang möglich gewesen wäre. «Vielleicht ist der Respekt beim einen oder anderen Spieler in den ersten Partien noch etwas zu gross gewesen. Die Mannschaft braucht wohl noch etwas Zeit, sich an all die neuen Umstände in der Super League zu gewöhnen», sagt Gerber. Mit Nachdruck betont er aber: «Die Stimmung ist trotzdem sehr positiv bei uns. Killerinstinkt hin oder her.» Man müsse schliesslich zu schätzen wissen, was man habe. «Wir haben hier ja zur Genüge erlebt, was geschieht, wenn es nicht läuft.» Im Umgang mit den Resultaten des FC Thun sei es deshalb wichtig, die richtige Mischung aus Bescheidenheit als Aufsteiger und den Ansprüchen zu finden, die das Team in den ersten sieben Saisonspielen geweckt habe. «Wir sind nach wie vor der Klub mit dem kleinsten Budget. Gleichzeitig haben wir kaum einen Punkt glücklich gewonnen.» Es sei gut zu wissen, dass die Mannschaft über Potenzial verfüge, das sie bisher nicht ausgeschöpft habe. Wegen der Länderspiele des Nationalteams hat Coach Yakin knapp zwei Wochen Zeit, das Team auf die Begegnung gegen Zürich vorzubereiten. Praktisch alle Spieler stehen ihm zur Verfügung. Innenverteidiger Klose wurde für die U-21-Auswahl aufgeboten, die am Freitag in Lugano in der EM-Qualifikation auf Irland trifft. Aussenverteidiger Andreas Wittwer ist zudem bei der U-20 auf Pikett. Am Freitag tragen die Thuner um 16 Uhr in Basel ein Testspiel gegen den FCB aus. Gemäss Gerber kommen viele Akteure aus den jeweiligen U-21-Equipen zum Einsatz. Entwarnung bei Scarione Bis heute Nacht hätte der Sportchef Zeit, einen Spieler aus dem Ausland zu verpflichten. «Das wird aber nicht der Fall sein», sagt Gerber. Das Budget sei ausgeschöpft, und das Kader umfasse 24 Spieler. Der 36-Jährige gibt aber zu, er habe mit Yakin über einen weiteren Transfer gesprochen. «Die Diskussion kam auf, als vorletzte Woche Oscar Scarione und Stefan Glarner verletzt waren. Es hat im Kader einige Spieler, denen die Erfahrung fehlt und die deshalb noch kein valabler Ersatz sind, wenn es zu vielen Ausfällen kommt.» Transfers innerhalb der Super League lassen sich noch bis Ende September realisieren. Für U-21-Spieler und solche, die ohne Vertrag sind, gilt nochmal eine andere Frist. Das ist gemäss Gerber genug Zeit, um im Notfall noch zu reagieren. Entwarnung gab es gestern im Fall von Scarione. Thuns Captain hatte den Platz in Luzern vor der Pause wieder mit Oberschenkelproblemen verlassen. «Es scheint aber nichts Gravierendes zu sein», sagt Gerber. «Es war eine reine Vorsichtsmassnahme.» Alexander Wäfler>

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