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Die Rückkehr des Drachen

Der SC Bern ist im letzten Vergleich des Jahres 2009 dem HC Gottéron unterlegen. Die Equipe von Larry Huras hatte 3:1 geführt, ehe sein Antipode Serge Pelletier alles auf eine Karte setzte – und im Penaltyschiessen triumphierte.

Shawn Heins spaltet die Gemüter. Die einen mögen ihn; es handelt sich vornehmlich um die Anhänger des HC Gottéron. Die andern mögen ihn weniger – nicht erst seit dem harten, jedoch korrekten Check, mit welchem er den gegenwärtig mit der U20-Nationalmannschaft in Kanada weilenden SCB-Verteidiger Roman Josi für geraume Zeit ausser Gefecht gesetzt hatte. Im gestrigen Vergleich zwischen Bundes- und Saanestädtern war der Kanadier in der ausverkauften PostFinance-Arena wie so oft persona non grata. Männiglich freute sich, als Martin Plüss die Gastgeber in der 52. Minute mittels souverän verwertetem Penalty 3:1 in Führung brachte, nachdem er von Heins gefällt worden war. Die Entscheidung sei gefallen; der Drache, der zu Gottéron gehört wie der Bär zum SCB, habe das Feuer eingestellt, dachten viele. Freiburger Schnellzug Es handelte sich um einen Trugschluss. In der 56. Minute bliesen die Gäste unter der Regie von Andrei Bykow zum Angriff. Die Ideen waren Russisch, die Umsetzung blieb vorerst Hausmannskost. Zwei Minuten vor Schluss ersetzte Gottérons Trainer Serge Pelletier seinen Torhüter Sébastien Caron durch einen sechsten Feldspieler, 87 Sekunden später vollendete Benjamin Plüss, was Bykow und Julien Sprunger in atemberaubendem Tempo vorbereitet hatten. Wiederum 20 Sekunden später avancierte Plüss der Jüngere zum Vorbereiter, Serge Aubin glich das Skore aus. In der letzten Minute schien es, als hätten die Berner den Dienst eingestellt, der bedauernswerte Marco Bührer ausgenommen. Was folgte, war eine Verlängerung, in der beide Mannschaften einiges riskierten, Heins die Partie beinahe beendet hätte, die Torhüter jedoch die Oberhand behielten. Letzteres war auch im Penaltyschiessen der Fall – während sieben Duellen. Dann trat Mark Mowers an, dessen Berner Gastspiel vor zwei Jahren kurz und bescheiden gewesen war – und traf. Es war ein kleiner Stich ins Herz der SCB-Fans. Anders wäre das gewesen, wenn Shawn Heins getroffen hätte. Berner Fragezeichen Morgen ist Weihnachten, und es stellt sich die Frage, mit welchem Geschenk das Christkind den Verantwortlichen des SC Bern Freude bereiten könnte. Einem treffsicheren Ausländer wäre Larry Huras kaum abgeneigt. Der umsichtige Brett McLean ist eine Bereicherung, jedoch kein Skorer. Der fleissige Jean-Pierre Vigier hat das Herz eines Weltklassespielers, die technischen Fähigkeiten sind eher Kreisklasse. Lubos Bartecko präsentierte sich im Herbst wie eine klare Verstärkung, zuletzt eher wie eine Ergänzung; und bei Simon Gamache erhält man mitunter den Eindruck, er kämpfe mehr mit seinen Emotionen als mit dem Gegner. Aber sonst? Es ist schwierig, die SCB-Ausgabe 2009/10 einzustufen; noch hat man die Mannschaft kaum als Ganzes gesehen. Die Verletzungen verfälschen das Bild, namentlich jene von Christian Dubé. Der Center ist in der Lage, seine Mitspieler besser aussehen zu lassen; obige Beurteilung der ausländischen Stürmer würde möglicherweise anders ausfallen, wenn Dubé dabei gewesen wäre. Auf dem Papier ist alles klar, die Berner schliessen das Jahr als Nummer 1 ab (vgl unten stehender Text). Auf dem Eis hinterliessen sie jedoch nicht immer den Eindruck, in der Lage zu sein, sich im entscheidenden Moment zu steigern. Lies über jene Qualität zu verfügen, die gestern Gottéron offenbart hat.Micha JeggeTelegramme Seite 14>

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