Die Saanerslochbahn ist auf Kurs

Saanenland

Die Bergbahnen Destination Gstaad AG plant, die neue Gondelbahn Saanenmöser–Saanerslochgrat bis Ende November 2018 in Betrieb zu nehmen. Auf der andern Talseite ist das Neubauprojekt der Gondelbahn Gstaad–Eggli blockiert.

Noch läuft alles wie gehabt, doch ab der Wintersaison 2018/2019 dürfte die neue Hochleistungsbahn die Skigäste in Zehnergondeln von Saanenmöser zum Saanerslochgrat transportieren.

Noch läuft alles wie gehabt, doch ab der Wintersaison 2018/2019 dürfte die neue Hochleistungsbahn die Skigäste in Zehnergondeln von Saanenmöser zum Saanerslochgrat transportieren.

(Bild: Fritz Leuzinger)

Die Wetterkapriolen seit Winterbeginn forderten von den Hauptverantwortlichen der Berg­bahnen Destination Gstaad (BDG) AG ein x-Faches an Mehraufwand zur künstlichen Beschneiung der Hauptpisten der beiden Sektoren Ost mit Saanersloch, Rinderberg, Hornberg und West mit Eggli-Videmanette. Matthias In-Albon, BDG-Geschäftsführer, machte einige Angaben: «Wir haben im Vergleich 55-mal den Inhalt des Lauenensees in Schnee umgewandelt. Dies verursachte gegenüber dem Vorjahr Mehrkosten für Strom von 400'000 Franken.»

Nach wie vor sind und bleiben die beschneiten Abfahrten mit guten Verhältnissen offen. Es liegen auf allen künstlich beschneiten Pisten zwischen 30 und 50 Zentimeter Schnee. In der Zwischenzeit ist auch St. Stephan/Chaltebrunne wieder offen, und das Rellerli öffnet am Freitag. Somit herrscht am Wochenende wieder Vollbetrieb im Saanenland.Im Hintergrund der BDG AG wird nebst allen Frontarbeiten zu den beiden grossen Neubauprojekten geplant und verhandelt.

Nach der erhaltenen Verlängerung der Konzession um zwei Jahre bis und mit nächsten Winter steht der dringende Ersatz der 37-jährigen Gondelbahnanlage Saanenmöser–Saanersloch für 27 Millionen Franken an. Dringend ist auch die mit 10 Millionen Franken veranschlagte Erneuerung der Gondelbahn Gstaad–Eggli mit Baujahr 1983.

Verzögerung am Eggli

Das Plangenehmigungsgesuch zum Neubauprojekt Gondelbahn Gstaad–Eggli (wir haben es vorgestellt) lag bis Anfang November 2016 öffentlich auf. Geschäftsführer Matthias In-Albon: «Es gingen fünf Einsprachen ein, vier waren von substanzieller Bedeutung. Die Einsprache eines Landeigentümers verunmöglicht voraussichtlich einen diesjährigen Baustart.»

Nach der kantonalen Vorprüfung der Überbauungsordnung (ÜO) gab es erneut zwei Einsprachen, die vor dem nächsten Verfahrensschritt mit der Auflage an der Gemeindeversammlung behandelt werden müssen. Ohne Einigung oder Rückzug der Einsprachen würde sich das Verfahren in die Länge ziehen. Dies bedeutet, dass eine Baubewilligung für 2017 am Eggli nicht zu erwarten ist.

Am Saanersloch etwas weiter

«Zum Bauvorhaben Gondelbahn Saanenmöser–Saanerslochgrat erhalten wir dieser Tage», so Matthias In-Albon, «von kantonalen und eidgenössischen Fach- und Dienststellen die Stellungnahmen.» Die Bereinigung der verschiedenen Auflagen und Anpassungen am Projekt nimmt einige Zeit in Anspruch.

Da der Standort der neuen Bergstation um 70 Meter verschoben wird, läuft parallel das raumplanerische Verfahren mit der Abänderung der ÜO zur Sicherstellung des Seilbahnkorridors. Nach zwei Vorprüfungen von je drei Monaten beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und der bis zum 23. Januar dauernden öffentlichen Auflage gab es keine Einsprachen.

BDG-Geschäftsführer Matthias In-Albon ist zuversichtlich: «Als nächste Verfahrensschritte im Neubauprojekt Gondelbahn Saanersloch werden die beiden involvierten Gemeinden Saanen und Zweisimmen die ÜO Schneesportgebiet St. Stephan-Zweisimmen fast sicher gutheissen.» Die Gemeindebehörden von ­Saanen haben dazu für den 31. März eine Gemeindeversammlung angeordnet, und in Zweisimmen ist eine ausserordentliche Gemeindeversammlung auf den 5. April angeordnet.

Frühestens April 2018

Anschliessend erfolgen die Ge­nehmigung durch das AGR und die nochmalige Auflage des ­Entscheides. Mit der endgültigen Baubewilligung, ausgestellt durch das Bundesamt für Verkehr (BAV), ist demzufolge nicht vor dem Spätsommer 2017 zu rechnen.

Matthias In-Albon: «Wir haben das Bauprogramm zeitlich angepasst. Im Herbst 2017 beginnen wir mit den Vorbereitungsarbeiten wie Rodungen, dem Verlegen von Werkleitungen, dem Erstellen von Stützenfundamenten etc. Ab April 2018 beginnen der Abbruch und der Neubau der Anlage. Die Betriebsaufnahme ist Ende November 2018. Wir lassen uns gerne überraschen.»

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