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Die Sigriswiler jodeln den Naturjutz in seiner reinsten Form

BärgjodlerAuch die Sigriswiler Bärgjodler nehmen am Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken teil. Seit Wochen proben sie für ihren grossen Auftritt.

«Holololijoh»: So tönt es jeden Dienstagabend im Schulhaus Raft, wenn die Sigriswiler Bärgjodler ihre Stimmbänder für die Probe aufwärmen. Das Üben und Trainieren läuft jetzt auf Hochtouren, schliesslich wollen die Sänger bereit sein für ihren Auftritt am Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken. «Wir pflegen den Oberländer Naturjutz», sagt Daniel von Gunten, Präsident der Sigriswiler Bärgjodler. Sie gehören zu denjenigen, die das noch können. Damit wollen sie die Jury am Jodlerfest begeistern. Den Jutz «Bir Schärmtanne» hat das Vereinsmitglied Toni Tschanz sogar selber komponiert. «Wir möchten gerne die Erste Klasse erreichen», definiert der Präsident das Ziel für das Fest. Die Klassen am Jodlerfest gehen von Eins, was sehr gut bedeutet, bis Vier, was einem Ungenügend gleichkommt. Auf Erfolgskurs Wenn man den Männern beim Singen und Jutzen zuhört und sieht, mit wie viel Begeisterung und Hingabe sie bei der Sache sind, wird schnell klar, dass sie sich vor einer schlechten Bewertung sicher nicht zu fürchten brauchen. Schon bei den Proben beeindrucken die Sänger mit kräftigen Stimmen und einem erstaunlichen Gespür für Harmonien. «Beim Naturjutz kommt es eben auf das Gefühl an», sagt Dirigentin Heidi Koller. Bei dieser Jutzart gibt es höchstens eine geschriebene Stimme, die anderen werden von den Sängern ausschliesslich nach dem Gehör ergänzt. Zusätzlich übernimmt mindestens einer der Sänger eine Solostimme. Weil er gegen die anderen Sänger ansingen muss, ist das eine besondere Herausforderung und braucht gute stimmliche Kondition. Vor der Jury stünden sie aber als Einheit, auch wenn der Solojodler etwas mehr hervorsteche, betont Daniel von Gunten. «Die Loyalität und Toleranz innerhalb des Vereins ist wichtig. Wir sind alle für das Resultat verantwortlich. Wenn etwas schiefgeht, suchen wir nicht nach einem Sündenbock.» Für den Zusammenhalt innerhalb des Vereins sei es gut, wenn man die Gelegenheit habe, an einem Anlass wie dem Jodlerfest aufzutreten. «Daneben gibt es uns auch die Möglichkeit, Freundschaften zu Jodlern aus der ganzen Schweiz zu pflegen.» Der gute Geist innerhalb des Vereins ist wohl auch der Grund, warum die Bärgjodler nicht mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben. Der 18-jährige Beat Kämpf ist der Jüngste. Das macht ihm aber nichts aus. «Ich habe früher bereits im Kinderchörli vom rechten Thunerseeufer gesungen. Das Jodeln hat bei uns in der Familie eine lange Tradition.» Drei Generationen im Verein Während er das sagt, steht sein Grossvater Gottfried Kämpf freudestrahlend daneben. Der 87-Jährige ist der älteste aktive Bärgjodler. «Ich freue mich, wenn ich die Jungen jeweils im Verein sehe.» Mit den Jungen meint er aber nicht nur seinen Enkel, sondern auch seinen Sohn Christian Kämpf, der ebenfalls bei den Jodlern singt. Wenn das mit der Nachwuchsförderung bei den Sigriswiler Bärgjodlern weiterhin so gut klappt, werden sie sicher noch an vielen Eidgenössischen Festen singen und jodeln und damit einen Teil des Schweizerischen Kulturgutes am Leben erhalten. Therese KrähenbühlDie Sigriswiler Bärgjodler treten am Samstag, 18.Juni, um 16.48 Uhr im Sekundarschulhaus am Eidgenössischen Jodlerfest Interlaken zum Wettbewerb an. Weitere Informationen unter www.jodlerfestinterlaken.ch>

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