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Die Stadt hat sich abgesichert

LangenthalDie Solar Industries AG werde die Solarmodulfabrik in Langenthal bauen, aber nicht so schnell wie geplant, sagt Verwaltungsratspräsident Rolf Wägli.

Die Arbeiten für den Bau der schweizweit grössten Solarmodulfabrik in der Steiachermatte in Langenthal ruhen. Grund: Der Glarner Bauherrin Solar Industries AG fehlen für die geplante Investition von insgesamt 25 Millionen Franken 9 Millionen. Deshalb wurden die mit dem Spatenstich Ende Oktober gestarteten Bauarbeiten im November bereits wieder gestoppt. Laut Gründer und Verwaltungsratspräsident Rolf Wägli führt die allgemein negative Situation in der Solarindustrie weltweit dazu, dass die Finanzierung noch nicht zu 100 Prozent steht. Das Fremdkapital sei noch nicht gesichert (siehe BZ von gestern). Wägli ist jedoch zuversichtlich: «Wir werden die Fabrik bauen.» Aber: «Wir werden das Projekt nicht so schnell wie geplant realisieren können.» Wägli sagt, er hoffe «sehr stark, dass wir in diesem Jahr weiterbauen und die Produktion von Solarmodulen noch vor Ende Jahr werden aufnehmen können». Ursprünglich wollte Wägli mit der Produktion schon im Frühsommer beginnen. Folgen für die Stadt «Dass die Solar Industries nicht begonnen hat zu bauen, kommt für mich angesichts der Entwicklungen in der Solarbranche nicht ganz überraschend», sagt der Langenthaler Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP). Er habe Verständnis dafür und begrüsse es, dass die Firma nicht einfach drauflos baue, solange die Finanzierung nicht gesichert sei. In der ganzen Energiebranche herrsche grosse Unsicherheit. Für die Stadt wäre ein Scheitern des Projekts ein grosser Rückschlag bei der Wirtschaftsförderung. Sie hat die Solar Industries mit finanziellen Erleichterungen beim Landkauf im Umfang von fast einer halben Million Franken nach Langenthal geholt. Für die 17144 Quadratmeter Land zahlt die Firma der Stadt rund 2,38 Millionen Franken. Einen Teil des Landes kann sie kostenlos übernehmen. Die Bezahlung des Kaufpreises erfolgt in drei Raten zu je 793250 Franken, wobei die Stadt der Firma für die zwei letzten Raten ein zinsloses Darlehen gewährt. Erste Rate bezahlt Laut Rufener hat die Solar Industries die vertraglichen Abmachungen bislang eingehalten. So hat sie insbesondere die erste Kaufpreisrate fristgemäss per 12.August 2011 bezahlt. Die beiden anderen Raten sind 2013 und 2016 fällig. Für den Fall, dass das Projekt scheitern sollte, hat sich die Stadt mannigfach abgesichert: Zur Sicherstellung der Kaufpreisrestanz ist im Grundbuch ein Verkäuferpfandrecht eingetragen. Die Stadt hat zudem ein Rückkaufs- und ein Vorkaufsrecht vor Überbauung des Grundstücks, ein Vorkaufsrecht nach Überbauung, und sie kann das Darlehen kündigen, wenn die Bauarbeiten nicht wie vereinbart vorankommen oder die Firma die Produktion nicht aufnimmt oder einstellt. Sowohl Wägli als auch Rufener sagen, die Firma und die Stadt seien miteinander «in Kontakt», auch bezüglich der vereinbarten Fristen.Dominic Ramel>

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