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Die Stimme, die zur Kunst führt

Mit ihren literarischen Führungen öffnet Michaela Wendt dem Kunsthaus-Publikum einen anderen Blick auf die Kunst.

Vielen Kunsthaus-Besuchern ist Michaela Wendt ein Begriff. Seit 2002 führt die heute 50-Jährige jeweils an drei Sonntagvormittagen durch ausgewählte Ausstellungen und begeistert das Publikum nicht nur mit ihrer Textwahl, sondern bezaubert es auch mit ihrer dunklen, melodiösen Stimme. Vorlesen steht bei der ausgebildeten Schauspielerin und Kunsttherapeutin denn auch im Zentrum. Künste verbinden Es war ihre Ausbildung zur Kunsttherapeutin, die Michaela Wendt den Anstoss zu ihren literarischen Führungen gab. «In der Kunsttherapie verbinden sich Musik, Literatur und bildende Kunst zu einer Einheit», erklärt sie. «Das brachte mich auf die Idee, Literatur und Kunst auf diese Weise zusammenzubringen.» Ihre ersten literarischen Führungen machte die Deutsche im Kunstmuseum in Bern, wo sie seit 1991 lebt. Dort begegnete ihr die Museumspädagogin Kathrin Nyffenegger. Die Langenthalerin war von Michaela Wendts Idee begeistert – und brachte sie ins Kunsthaus. Bei der Ausstellung «Beseelte Landschaft-Inszenierungen» im Oktober 2002 gab die Vorleserin ihr erstes Gastspiel in Langenthal. Es entstand in der Folge eine enge Zusammenarbeit. Die damalige Kuratorin des Kunsthauses, Marianne Burki, habe sie stark unterstützt, erinnert sich Michaela Wendt an diese ersten Gehversuche mit ihren literarischen Führungen in Langenthal. Seither führt sie auch in anderen Museen literarisch durch Ausstellungen: im Zentrum Paul Klee, im Museum Franz Gertsch, im Kunstmuseum Bern. Der passende Text Michaela Wendt hat sich schon immer für Kunst, insbesondere jene der Gegenwart, interessiert. Und sie kennt als Vorleserin unzählige literarische Werke. «Ich besuche als Erstes die Ausstellung und lasse die Kunstwerke auf mich wirken» erzählt sie. «Die Assoziationen, die sie in mir wachrufen, führen mich zu den Texten.» Mit den ausgewählten Texten besucht Michaela Wendt die Ausstellung dann erneut. «Manchmal zeigt sich, dass ein ganz anderer Text zu einem Bild gehört als jener, den ich zuerst ausgesucht habe.» Mit ihren literarischen Führungen möchte Michaela Wendt dem Publikum den Zugang zur Kunst erleichtern. «Gerade bei der Gegenwartskunst haben viele Menschen Mühe, einen Zugang zu finden.» Ein Text – sei es Prosa oder Lyrik – werfe eine Art Scheinwerferlicht auf ein Bild und betone einen besonderen Aspekt von diesem. «Das Bild wird dadurch anders belebt. Die Leute verweilen länger davor und setzen sich mit ihm auseinander», sagt Michaela Wendt. «Sie werden eingeladen, aus den Texten ihre eigenen Bilder zu schöpfen und sie in Zwiesprache mit dem Kunstwerk zu bringen.» Jetzt durchs «Mittelland» Michaela Wendt hat mit ihren literarischen Führungen in Langenthal viele Freundschaften geknüpft. Und sie freut sich bereits auf die bevorstehenden Führungen zur Ausstellung «Mittelland».Prisca Rotzler Köhli Literarische Führungen im Kunsthaus Langenthal: Sonntag, 12. und 26.September 2010 sowie 24.Oktober 2010, 11 Uhr. •www.kunsthauslangenthal.ch>

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