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«Die wussten, was sie wollten»

Zum dritten Mal in fünf Jahren wurde die Bijouterie Stegmann in Burgdorf von Einbrechern heimgesucht. Die Täter demolierten den Eingang mit einem Auto und einem Container. Der Schaden geht in die Hunderttausende.

Für Franz Stegmann ist der Fall klar: «Das war organisiert. Die wussten genau, was sie wollten», sagt der Inhaber des Uhren- und Schmuckgeschäftes an der Burgdorfer Poststrasse. Mit Brachialgewalt «Die»: Das sind zwei junge Männer in schwarzen Kleidern, die gestern Nacht einen Container an die Glastüre von Stegmanns Laden stellten. Dann rammten sie den Behälter mit einem kurz zuvor geklauten Mercedes. Die zwei Zentimeter dicke Türe hielt dem Druck nicht stand und zerbarst. Gleichzeitig wurde der Schaufensterbereich demoliert. Nachdem sich die mit Baseball-Caps getarnten Einbrecher mit Schmuck und hochwertigen Uhren bedient hatten, flüchteten sie zu Fuss in Richtung Bahngeleise. Das Auto, das beim Crash Totalschaden erlitten hatte, liessen sie stehen. Die Alarmanlage und vom Lärm aufgeschreckte Anwohner riefen um 3.20 Uhr die Polizei auf den Plan. Diese sperrte das Gebiet sofort weiträumig ab. Und sorgte beim rechtmässigen Autobesitzer für ein böses Erwachen, weiss Stegmann: In aller Herrgottsfrühe hätten die Beamten bei dem Mann geklingelt. «Als er arglos die Türe öffnete, leuchtete ihm ein Polizist mit einer starken Taschenlampe ins Gesicht.» Die finanziellen Folgen des Einbruchs kann Stegmann erst grob abschätzen. Sie seien vermutlich «gigantisch». Die Kantonspolizei Bern beziffert den Wert des Diebesguts auf über 100000 Franken. «Nichts zu verkaufen» Ebenso ärgerlich wie der finanzielle Schaden seien die Konsequenzen für seinen Betrieb, ergänzt Stegmann. «Wir haben fast nichts mehr zu verkaufen.» Weil es der Branche gut laufe, sei es unmöglich, kurzerhand Nachschub zu ordern. Bei den Fenstern und der Türe handle es sich um Spezialanfertigungen, die erst in zwei Monaten geliefert und montiert werden könnten. Bis dann werde der Eingangsbereich mit einer Holztüre abgeschlossen. Die verbliebenen Wertsachen müsse er nun jeden Abend im Tresor einschliessen oder in die Wohnung nehmen. Seit 28 Jahren führe er sein Geschäft, sagt Franz Stegmann. In den ersten 23 Jahren sei nie etwas passiert. Dass in den letzten fünf Jahren dreimal eingebrochen wurde, habe womöglich damit zu tun, dass der benachbarte Polizeiposten nicht mehr rund um die Uhr geöffnet sei. «Manchmal könnte es einem schon verleiden», sagt Stegmann. Dann geht er über die Scherben zurück in die Ruine, in der Stunden zuvor noch Uhren und Schmuck geglänzt hatten. Zufall oder nicht: Anderthalb Stunden nach dem Einbruch in Burgdorf stiegen Unbekannte in den Volg von Spiezwiler ein (siehe Seite 27). Für ihren Coup im Berner Oberland benutzten die Täter ein gestohlenes Auto als «Türöffner». Johannes HofstetterZeugen melden sich bei der Kantonspolizei Bern unter 031 634 41 11 >

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