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DNA beweist: Es war kein Wolf

In Rüschegg, am Stockhorn und in Innertkirchen: Überall starben kürzlich Nutztiere und überall kam sofort der Verdacht auf, ein Wolf könnte mit schuld sein. DNA-Analysen haben jetzt ergeben: Nirgends war ein Wolf involviert.

«Rind verletzt – hat ein Wolf zugebissen?», titelte diese Zeitung am 24.September. Am selben Tag haben wir von drei Schafen berichtet, die in Innertkirchen zu Tode gestürzt waren und Bissspuren aufwiesen. Am 11.September berichteten wir von fünf Kühen, die unterhalb des Stockhorns in den Tod gestürzt waren. Überall war sofort die Frage aufgetaucht, ob ein Wolf mit- oder gar hauptschuldig am Tod der Tiere sei. «Wir wollen zu hundert Prozent sichergehen, dass nicht doch ein wildes Tier die Kühe in den Tod gejagt hat», sagte Peter Juesy, Jagdinspektor des Kantons Bern, nach dem Unglück am Stockhorn. Jetzt ist klar: In keinem der drei Fälle war ein Wolf involviert. Spuren von Hunde-DNA Peter Juesy bestätigte gestern Informationen dieser Zeitung, wonach die Untersuchung der DNA-Spuren keine Hinweise auf Wölfe ergeben hat. «Beim Rind Rüschegg und bei den Schafen in Innertkirchen fand das Labor Spuren von Hunde-DNA», sagt Juesy. Damit hat die Analyse bestätigt, was der Herdenschutzbeauftragte Ueli Pfister schon vermutet hat, als er den Fundort und die Umgebung des verletzten Rindes in Dürrentannen in Rüschegg untersucht hatte. «Mit grösster Wahrscheinlichkeit ist das kein Wolfsbiss», sagte er, nachdem weder Spuren von Kot noch von Haaren eines Wolfs gefunden wurden. Nachdem das Tier von seinen Qualen erlöst worden war, musste der Landwirt den Kadaver eine Nacht lang liegen lassen. Kamerafallen sollten zeigen, ob ein Luchs, Fuchs, Wolf oder Hund zu seiner Beute zurückkehren würde. Wie Peter Juesy erklärt, tappte der Räuber jedoch nicht in die Falle. Das zweite Rind, das in Rüschegg vermisst wurde, tauchte am nächsten Tag in einem benachbarten Stall auf. Für das Jagdinspektorat ist der Fall abgeschlossen. Die Akte liegt nun bei der Kantonspolizei Bern. Stockhorn: Ein Fuchs Den fünf Tieren, die nach ihrem tödlichen Sturz auf dem Alpetli unterhalb des Stockhorns gefunden worden waren, entnahmen Juesy und seine Mitarbeiter insgesamt zehn Proben, welche sie in einem Labor in Lausanne analysieren liessen. «In sieben der zehn Proben konnte DNA eines Fuchses nachgewiesen werden», sagt Juesy. «Füchse fallen oft über die Kadaver von Tieren her, etwa von Rehen.» Mit diesen Befunden ist zwar klar, dass nirgends ein Wolf die Tiere und Kadaver gerissen hat. Nach wie vor ist aber nicht geklärt, wie es zu den Unglücken kam. Am Stockhorn deutet einiges darauf hin, dass die fünf Kühe um den Zaun herumgegangen und in zu steiles Gelände geraten waren. In Innertkirchen ist unklar, warum die Schafe abgestürzt sind. Das Rind in Rüschegg wurde verletzt aufgefunden und musste in der Folge getötet werden. Ob es aber ein Hund allein war, der dem Tier die rund 30 Zentimeter lange Wunde zugefügt hat, oder ob Kolkraben im Spiel waren, ist noch ungeklärt. Letztere Vermutung hatte der Herdenschutzbeauftragte Ueli Pfister damals geäussert. Marco ZyssetChristian LiechtiSiehe auch Bericht zum Wolf auf Seite 3. >

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