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Solothurn - Wangen 6:0 (4:0)

Mit dem wohl schlechtesten Auftritt in der 1. Liga ging der FC Wangen im Solothurner Stadion sang und klanglos unter. Von einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem Willen zum Sieg war von der Gastmannschaft über weite Strecken nichts zu sehen. Die Frage nach der Konstanz bleibt weiterhin offen.

Einmal top, einmal flop. So etwa kann der bisherige Verlauf der Meisterschaft aus der Sicht des FC Wangen bezeichnet werden. Noch vor einer Woche siegte das Team von René Erlachner daheim gegen die SR Delémont dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einer kämpferischen Einstellung jedes einzelnen Spielers verdientermassen mit 2:1. Von diesem Esprit war eine Woche später im Solothurner Stadion nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen. Zwar begannen die Wangner vielversprechend und zeigten viel Offensivdrang. Doch bald wurde eine schon mehrmals festgestellte Schwäche dem FC Wangen auch diesmal zum Verhängnis. Einmal in Rückstand geraten, ist das Team nicht in der Lage, eine Reaktion zu zeigen, ein Spiel in die eigenen Hände zu nehmen und eine Wende herbei zu führen. Ganz im Gegenteil, man lässt sehr schnell den Kopf hängen und baut dadurch den Gegner richtiggehend auf. So auch im Spiel gegen die Ambassadoren.

In der 10. Minute kamen die Gastgeber zu einem Freistoss, aus einer Torentfernung von gut und gerne 30 Metern. Heiniger riskierte einen Direktschuss und traf an der Zweimannmauer der Wangner vorbei genau ins Lattendreieck. Inwieweit Torhüter Remy Meier von der Sonne geblendet wurde, bleibt sein Geheimnis, aber normalerweise dürfte aus einer solchen Standardsituation kein Tor erzielt werden. Wieder einmal lagen die Wangner früh in Rückstand und wieder einmal bedeutete das der Anfang vom Ende. Als nach einer Viertelstunde die Wangner Hintermannschaft schnitzerte, blieb dies noch ohne weitere Auswirkung. Es schien in der Folge den Gästen zwar zu gelingen, eine Reaktion zeigen zu können, hatten in dieser Phase auch mehr Ballbesitz, liessen aber beim letzten und entscheidenden Pass immer wieder grosse Mängel erkennen. Bedeutend effizienter agierten die Platzherren. Bei einem Flankenball von der linken Seite her blieb Messer Sieger im Kopfballduell und schon stand es 2:0. Kurz darauf ein weiterer Freistoss, wieder nahm Heiniger Anlauf, traf an der Mauer vorbei, doch diesmal rettete Wangens Torhüter in Corner. Und nochmals konnte Remy Meier mit letztem Einsatz nach diesem Eckball ein weiteres Gegentor verhindern. Als wenig später sich die Hintermannschaft der Besucher auf einfachste Weise aushebeln liess, fingen die Solothurner an zu zaubern. Mit einem Absatztrick gelang Kottmann das 3:0.

Gestärkt mit dieser sicheren Führung lieferten die Einheimischen von nun an schon beinahe Anschauungsunterricht. Da stand tatsächlich ein Heimteam auf dem Platze, das die Bezeichnung Mannschaft auch wirklich verdiente. Da lief jeder für jeden, dem Ballführenden Kollegen wurden durch grosse Laufarbeit meist mehrere Anspielstationen offeriert und liessen damit die Gegenspieler schon beinahe zu Statisten werden. Und als bei diesen sich immer mehr individuelle Fehler einschlichen, wurde daraus Kapital geschlagen, wie beispielsweise in der 44. Minute, als Berisha den Ball an Messer verlor. Solothurns Stürmer zog auf und davon, spielte auch noch Remy Meier aus und erzielte aus spitzem Winkel das 4:0 Pausenresultat.

In Halbzeit zwei konnte es für die Gäste kaum mehr schlechter gehen. Trainer René Erlachner schickte gleich das ganze Kontingent von drei möglichen Auswechselspier auf Feld. Obschon die Ambassadoren nur noch machten, was unbedingt nötig war, um den sicheren Vorsprung zu verwalten, reichte das aus, dieses desolate Wangner Team in Schach zu halten. Trotzdem kamen die Einheimischen noch zu zwei weiteren Torerfolgen, in der 76. Minute durch Danny Hasler und in der 89. Minute durch den dreifachen Torschützen Samuel Messer.

Die Bemühungen der Wangner, wenigstens noch das Ehrentor zu erzielen, blieben erfolglos. Aber Hand aufs Herz. Bei einem solchen unerklärlichen schwachen Auftritt wäre dieses nicht einmal verdient gewesen. Zu hoffen ist, dass bald wieder ein Ruck durch die Mannschaft geht. Schliesslich stirbt ja die Hoffnung zuletzt und der Beweis, dass nach einer schwachen Leistung eine Steigerung erfolgen kann, wurde schon mehr als einmal erbracht.

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