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Verein ist neu Besitzer der Schwäne

Neu ist der Verein Thunersee-Schwanensee Besitzer der Schwarzschwäne auf dem Thunersee. Er ruft morgen zur Kundgebung auf den Rathausplatz in Thun. Nationalrat Amstutz will die gesetzlichen Vorgaben ändern.

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Der Verein Thunersee-Schwanensee dreht die Geschichte mit den Schwarzschwänen auf dem Thunersee in eine neue Richtung: Ab sofort ist er deren Besitzer. «Damit werden die Konsequenzen gezogen aus der misslichen Lage, in welche die Behörden sowie Natur- und Vogelschutzorganisationen die Tiere und ihren bisherigen Eigentümer gebracht haben», teilte der Verein mit. «Wir werden die Schwäne, die an die Freiheit gewohnt sind, baldmöglichst wieder auf den See entlassen. Bis dahin sorgt Markus Krebser in unserem Auftrag im Sinne einer Beherbergung für sie», steht weiter.«Wir wurden von Krebsers Entschluss überrascht und mussten rasch entscheiden, damit sie in der Region erhalten bleiben», ergänzt Präsident Matthias Kummer. Wann die Tiere wieder auf dem See sein werden, wisse er nicht. «Wir haben noch einiges zu prüfen, und den Schwänen müssen zuerst die Federn nachwachsen.» Er schätze, dass im Sommer wieder Schwarzschwäne auf dem See sind.Rechtliche Seite klärenMit dem Besitzerwechsel wird die Verfügung zwischen dem Kanton und dem Züchter hinfällig. Diese tolerierte zehn Schwäne auf dem See, jedoch flugunfähig. Zudem wurden Krebser Auflagen gemacht, die er nicht erfüllen konnte, weshalb er sich zur Trennung von den Tieren entschied. «Wir beginnen nun punkto Bewilligung wieder von vorne», erklärt Kummer. Was getan werden müsse, werde jetzt geprüft. «Unser Anliegen ist, dass die spezielle Situation mit den Schwarzschwänen, die seit 20 Jahren auf dem See sind, auch speziell und individuell behandelt wird», sagt der Präsident.Gesetzeslage ändernWeiter setzt sich der Verein zwei Ziele: «Zum einen wollen wir noch mehr Politiker und auch alle anderen sich mit uns solidarisierenden Personen als Mitglieder gewinnen», sagt Kummer. Zum anderen werde die rechtliche Seite angegangen – und dies auf nationaler Ebene. «Wenn wir die eidgenössische Gesetzgebung nicht ändern, gibt es nie Ruhe.» Vorstösse im NationalratDer erste Schritt ist getan: Am Donnerstag hat der Sigriswiler SVP-Nationalrat Adrian Amstutz eine dringliche Anfrage eingereicht und Bundesrat Moritz Leuenberger (SP) um eine Ausnahmebewilligung angefragt. «Schwäne unterscheiden sich fundamental von fälschlicherweise als Vergleich herangezogenen Tierarten wie Streifenhörnchen, Bisamratte und Ähnlichem», schreibt er. Eine solche Anfrage ist der einfachste Weg, um ein Problem aus der Welt zu schaffen, das keines ist. Die Thuner BDP-Nationalrätin Ursula Haller wird heute einen weiteren Vorstoss, eine dringliche Interpellation, einreichen. Sie will darin vom Bundesrat unter anderem wissen, weshalb der Schwarzschwan just während des laufenden Verfahrens auf die «schwarze Liste» der Freisetzungsverordnung aufgenommen wurde und mittels Gesetzesänderung per 1. Oktober 2008 in Kraft gesetzt.Motion im Grossen RatDer Schwarzschwan ist seit gestern auch im Thuner Stadtrat ein Politikum: Raphael Lanz (SVP) hat ein Postulat eingereicht und fordert vom Gemeinderat eine aktive Unterstützung (vgl. Kasten). Auf kantonaler Ebene geht es nächste Woche weiter: Am Mittwoch oder am Donnerstag, wird die Motion der Thuner SVP-Grossräte Andreas Lanz und Carlo Kilchherr im Grossen Rat behandelt. Sie fordern, dass 10 bis 15 Schwarzschwäne auf dem Thunersee leben können. «Sie sollen sich nicht ungehindert, aber frei vermehren können – und deren Bestand soll mittels Eieranstechen kontrolliert werden», erklärt Lanz. Die Biodiversität verlange, dass alte und neue Arten gepflegt werden. Er wird eine Abstimmung mit Namensaufruf verlangen.«Es darf nicht sein, dass die Behörden hier ein Exempel statuieren!», ergänzt Kilchherr. Andere «Exoten» wie Damhirsche, Fasane oder Blesshühner seien auch «fremd» und gehörten mittlerweile hierher.Morgen ist die KundgebungRenate Gloor von den «Freunden der Schwarzen Schwäne» wird die Debatte im Grossen Rat verfolgen. «Es wäre schön, wenn noch mehr Schwanenfreunde im Rathaus in Bern dabei sein könnten», hofft sie. Dasselbe gelte natürlich für die öffentliche «Kundgebung pro Schwarzschwäne», zu welcher der Verein morgen Samstag um 16 Uhr auf den Rathausplatz ruft. «Wir wollen noch einmal alles tun und geben für die Schwäne.»«Offiziell weiss ich noch nichts», sagt Martin Zuber, stellvertretende Jagdinspektor des Kantons Bern. «Wir müssen die die neue Ausgangslage prüfen und können noch nichts dazu sagen.»

Programm der «Kundgebung pro Schwarzschwäne» auf dem Rathausplatz in Thun: Start um 16 Uhr, bis zirka 16.30 Uhr; Zu den Rednern gehören Matthias Kummer, Präsident Verein Thunersee-Schwanensee, SVP-Nationalrat Adrian Amstutz sowie die SVP-Grossräte Andreas Lanz und Carlo Kilchherr; Zudem: Infostand des Vereins, Verteilen von Ballonen.

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