Zum Hauptinhalt springen

Kanton war im Bild

Gemeinde und Kanton wussten seit Jahren über die desolaten Zustände auf dem Hof in Studen Bescheid.

Amtsmühlen mahlen langsam. Im Fall von Studen wohl zu langsam. Seit mindestens 2001 wussten die Behörden von den desolaten Zuständen auf dem Hof von Bauer Thomas Tiefenbach. Regelmässig erhielt er durch die Kontrollkommission für umweltschonende und tierfreundliche Landwirtschaft (KUL) unangemeldet Besuch. Die Kontrollinstanz arbeitet im Auftrag des Kantons und bezeichnete den Hof als Risikobetrieb. Als Kontrolleure amten Meisterlandwirte im Nebenerwerb.«Immer wieder wurden dem Landwirt Fristen gesetzt, um die beanstandeten Punkte beheben zu können», sagt KUL-Geschäftsleiterin Veronika Wanzenried. Die KUL meldete den Fall auch der Tierschutz-Fachstelle. Der oberste Tierschützer im Kanton Bern, Benjamin Hofstetter, war jedoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er weilt seit gestern in den Ferien. Die Resultate der verschiedenen Kontrollen veranlassten das kantonale Amt für Landwirtschaft bereits vor zwei Jahren dazu, die tierbezogenen Direktzahlungen zu kürzen. Zurzeit wurden sie für den Betrieb sogar ganz eingefroren. Wie ähnlich gelagerte Fälle zeigen, führen meist Verstösse gegen das Tierschutzgesetz zu den Kürzungen. Die Kontrolleure arbeiten eine lange Liste von Auflagen ab. Darauf zu finden sind unter anderem die Länge der Liegeflächen, die Fläche, die jedem Tier zur Verfügung steht, die Einstreu oder auch, ob sich das Vieh lange genug an der frischen Luft bewegen kann. 2004 beschäftigte sich auch die Ortspolizei von Studen nach Hinweisen von Anwohnern mit dem Hof. «Es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, die Tierhaltung zu kontrollieren», sagt Gemeindepräsident Urs Lanz. «Dafür gibts die kantonalen Fachstellen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch