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«Müssen den Fall aufarbeiten»

Seit 2001 ist bekannt, was im Stall von Bauer Thomas Tiefenbach vorgeht. Kantonstierarzt Christian Huggler nimmt Stellung.

Herr Huggler, seit 2001 gilt der Hof von Thomas Tiefenbach in Studen als Risikobetrieb. Warum hat der Kanton nicht früher eingegriffen? Christian Huggler: Weil ich das Dossier nicht kenne, kann ich mich dazu nicht im Detail äussern. Ich werde jedoch prüfen, welche Massnahmen zu welchem Zeitpunkt durch den Veterinärdienst angeordnet wurden. Ich kann aber versichern, dass wir derartige Zustände in keinem Fall dulden.Sind Ihre Kontrollen zu lasch?Das denke ich nicht. In Studen handelt es sich um einen Einzelfall. Zudem: Wenn ein Bauer 80 Tiere zwei Wochen lang nicht richtig pflegt und versorgt, dann herrscht im Stall sofort ein himmeltrauriger Zustand.Wieso kommt es trotz Kontrollen immer wieder zu derart schockierenden Fällen?Wenn wir das wüssten, hätten wir das Problem längst gelöst. Ein Patentrezept gibt es wahrscheinlich nicht, denn jeder Fall ist einzigartig. Seit dem 1.Januar werden die Inspektionen der Landwirtschaftsbetriebe koordiniert. Wir müssen für solche Betriebe Indikatoren festlegen, welche uns entsprechende Hinweise für eine mögliche schlechte Entwicklung liefern können, also eine Art Frühwarnsystem. Immerhin wird im Kanton Bern ein Fünftel des schweizerischen Rindviehbestands gehalten. Wenn ich die Bilder der Kantonspolizei betrachte, insbesondere die Klauen der Tiere, dann bin ich davon überzeugt, dass die Zustände bereits im letzten Sommer in Studen Hinweise auf mangelnde Pflege hätten geben können. Warum wurden dem Landwirt die Tiere nicht sofort entzogen?Die Bilder, die wir angetroffen haben, waren erschreckend. Wenigstens sind die Tiere gut ernährt. Nun wurden Massnahmen verfügt – und mit einem Tierhalteverbot gedroht, sollte sich die Situation nicht bessern. Von welchen Massnahmen sprechen Sie?Die Tiere wurden unverzüglich in einem neuen Stall untergebracht. Hier musste die Tränke in Ordnung gebracht werden, damit die Tiere stets Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Ebenfalls wurde verfügt, dass der Bauer noch diese Woche die Klauen der Tiere pflegen muss. Zudem hat er die Einstreu zu verbessern.

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