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Sherlock Holmes im Kuhstall

Lässt im Kanton Bern ein Bauer seine Tiere im Stall im Stich, rückt nicht nur der Veterinärdienst, sondern auch die Kantonspolizei aus.

Im Januar und Februar wurden sechs Fälle von massiv vernachlässigten Tieren in Ställen von Berner Landwirten bekannt. Entdecken Kontrolleure auf ihren Hofvisiten die Verfehlungen oder melden Nachbarn die Missstände, rücken nicht nur die Mitarbeiter des kantonalen Veterinärdiensts, sondern auch die Spezialisten der Fachstelle Tierdelikte der Kantonspolizei aus. Klare AufgabentrennungWährend sich der Veterinärdienst in erster Linie um das Wohl der Tiere kümmert, halten die Polizisten die strafrechtlich relevanten Beweise fest. Auf einem Betriebsrundgang lassen sie erste Eindrücke auf sich einwirken und filtern dann Schritt für Schritt die Verstösse heraus. Dabei werden Beweismittel gesichert, Fotos gemacht und Tierärzte sowie Spezialisten beigezogen. Wer das Tierschutzgesetz nicht einhält, wird von Amtes wegen angezeigt. «Bei Tierschutzfällen auf Bauernhöfen finden wir meist vernachlässigte Kühe und Rinder vor», sagt Beat Schüpbach, Leiter der Fachstelle Tierdelikte bei der Kantonspolizei Bern. Meist seien die Ställe dreckig oder entsprächen nicht den Vorschriften. Schüpbach hat bei seinen Einsätzen aber auch schon kranke Tiere vorgefunden, die von einem Tierarzt hätten behandelt werden müssen oder denen die Stricke ins Fleisch eingewachsen waren.Schüpbach trifft auf solchen Höfen immer wieder eine ähnliche Situation an: «Die Landwirte sind meist überfordert, krank oder alkoholabhängig.» Die Einsätze sind oft heikel. «Manchmal», so der Fachstellenleiter, «haben wir es mit renitenten Kunden zu tun.» In einem Fall, als der Bauer massive Drohungen aussprach, kam gar die Sondereinheit «Enzian» zum Einsatz. Seit 1983 aktivDie Fachstelle Tierdelikte der Kantonspolizei Bern wurde 1983 gegründet. Seit Anfang Jahr, mit der Integration der Stadtpolizei Bern in die Kantonspolizei, arbeiten drei Personen in der Fachstelle in Bern. Sie werden zusätzlich von 25 speziell ausgebildeten Polizisten in den Amtsbezirken unterstützt.

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