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Düstere Wolken über dem Golfplatz

AllmendingenDie Zukunft des Puttingplatzes beim Römertempel ist ungewiss: Ein Landbesitzer fordert vom Golfclub Thunersee mehr Pachtzins für ein Landstück. Dieser ist aber nicht bereit, die Preiserhöhung zu tragen. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Der Puttingplatz des Golfclubs Thunersee in Allmendingen ist ein beliebter Ort für Firmenausflüge, Events und Freizeitsportler. Auf dem kurz gemähten Rasen können 18 Löcher gespielt werden. Das ist in dieser Form in der ganzen Schweiz einmalig, in ganz Europa gibt es insgesamt nur zwei solche Anlagen. Vom Platz auf der Westseite des Tempelhofs sieht man wunderbar das Alpenpanorama mit dem Niesen und dem Stockhorn. Doch so idyllisch der Puttingplatz gelegen und so einmalig seine Anlage ist, so düster sieht für ihn momentan die Zukunft aus. Wegen einer Uneinigkeit muss der Platz vielleicht bald redimensioniert werden. Das Land, auf welchem der Puttingplatz gebaut ist, gehört drei verschiedenen Parteien. Laut Markus Stähli, Verwaltungsratspräsident der Golf Thunersee AG, besitzt die Burgergemeinde Thun mit 45 Prozent (zirka 5000 Quadratmeter) den Löwenanteil des Landes. Dem Kanton Bern gehören weitere 15 Prozent. Die restlichen 40 Prozent gehören laut Stähli dem privaten Landbesitzer Erich Finger. «Rechtlich unhaltbar» Die Golf Thunersee AG hat mit den Landbesitzern Pachtverträge abgeschlossen. «Wir haben mit der Golf Thunersee AG seit 2000 einen unveränderten Pachtvertrag», sagt Michael Aeberhard von der Burgergemeinde Thun. Plötzlich mehr Pachtzins hingegen verlangt offenbar Erich Finger. Die Erhöhung des Zinses begründet er laut Markus Stähli so: «Finger äusserte gegenüber uns, er müsse auf dem Pachtzinsertrag Steuern zahlen. Diese wolle er nun auf uns überwälzen.» Stähli sagt dazu: «Wir sind nicht bereit, das zu zahlen.» Für ihn ist es «rechtlich nicht haltbar», die Steuern auf dem Ertrag, den Finger durch die Verpachtung des Lands einnimmt, aufzuschlagen. Am Telefon wollte sich Landbesitzer Erich Finger die Fragen des Journalisten nicht anhören und gab keine Auskunft. Drei Varianten möglich «Die Gespräche mit Finger sind vorerst gescheitert», sagte Stähli. Per Ende 2012 läuft der Pachtvertrag mit Erich Finger aus. Es lohne sich aber, weiterhin zusammen zu diskutieren, damit für beide Parteien eine Lösung gefunden werden kann. «Auf beiden Seiten wird nun gepokert», sagt der VR-Präsident der Golf Thunersee AG. Für ihn gibt es drei Varianten, wie es mit dem Puttingplatz weitergeht. Variante 1: Erich Finger verzichtet auf die Pachtzinserhöhung, und der Pachtvertrag wird verlängert. Variante 2: Finger beharrt auf seiner Forderung, womit der Puttingplatz verkleinert werden müsste, was laut Stähli «zwar die Attraktivität leicht schmälern, aber gleichzeitig zu Kosteneinsparungen beim Unterhalt führen würde». Ein Kompromiss zwischen beiden Seiten wäre die dritte Möglichkeit. «Wir bezahlen etwas mehr, und Erich Finger verlangt etwas weniger», so Stähli dazu. Allerdings bedingt die letzte Option die Bereitschaft beider Partien zu weiteren Gesprächen – und diese besteht derzeit offenbar noch nicht. Dino Dal Farra>

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