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Ehre für den weit gereisten Cantautore

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«Musik kann die Welt nicht verändern, aber den Menschen», sagte Pippo Pollina bei einer Begegnung vor einem Jahr. Während der 48-jährige Sizilianer den Glauben an sein Land irgendwann verlor, zweifelte er nie an der Macht der Musik. Giuseppe «Pippo» Pollina wurde in Palermo geboren, studierte Jura und klassische Gitarre. Seine Heimat verliess er vor 27 Jahren nicht aus Abenteuerlust, sondern aus Überzeugung. Reise ohne Ziel Immer mehr reifte im jungen Pollina eine pazifistische Grundhaltung, er begann schon früh, sich mit der Anti-Mafia-Bewegung auseinanderzusetzen und arbeitete als Journalist für die mafiakritische Monatszeitschrift «I Siciliani». Als deren Chefredaktor 1984 ermordet wurde, hielt es Pollina nicht länger in Sizilien aus. Er brach sein Studium ab und begann eine Reise ohne Ziel. Zuerst gemeinsam mit seiner Band Agricantus, später reiste Pollina allein durch Europa. Zwei Jahre lang war die Strasse seine Bühne. Hier sang er seine Lieder, erzählte seine Geschichten. In der Tradition der italienischen Liedermacher stehend, war es Pippo Pollina stets wichtig, dass seine Botschaften verstanden werden. Pollina bereiste Ungarn, die Ex-DDR, Skandinavien, Frankreich, England, Deutschland – und irgendwann gewöhnte er sich sogar an den wässrigen Kaffee. Über 3000 Konzerte Dass sich Pippo Pollina schliesslich in der Schweiz niederliess, hat viel mit seiner Frau Christine, einer Zürcherin, zu tun. Und mit dem Bündner Liedermacher Linard Bardill, der ihn auf der Strasse spielen hörte und gleich mit auf Tournee nahm. Pollina schrieb mehr als 150 Lieder, veröffentlichte 15 Alben und gab über 3000 Konzerte. Letztes Jahr feierte er sein 30-Jahr-Bühnenjubiläum. Für den Schweizer Kleinkunstpreis war der Musiker bereits 2007 nominiert. «Pollina berührt die Menschen mit der Intensität seiner Musik und der Tiefe seiner Texte», heisst es in der Jurybegründung. Maria KünzliPreisverleihung:12.April, an der Preis-Gala zur Eröffnung der 53.Schweizer Künstlerbörse, Thun. www.ktv.ch. >

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