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Ein attraktiver Platz für die Jugendlichen

LangenthalDer Kiwanis Club schenkt dem Jugendhaus einen neuen Vorplatz. Damit soll den Jugendlichen ein

Die Szenen sind altbekannt. Gegen 200 Jugendliche versammeln sich an Freitagabenden jeweils vor dem Centro Español am Wuhrplatz. Andere treffen sich auf den Hochtrottoirs in der Unteren Marktgasse, wieder andere auf dem Areal der Kirche Geissberg. Das sorgt für Unmut – bei Anwohnern ebenso wie bei Mitarbeitern des städtischen Werkhofs, die an einem Samstagmorgen schon mal mit wahren Müllbergen konfrontiert werden. «Jugendliche gibt es nun einmal», sagt Thomas Bertschinger, Stellenleiter der regionalen Jugendarbeit Tokjo. «Die Frage ist nur, wohin sie gehen können.» In Zusammenarbeit mit dem Kiwanis Club Langenthal hat die Jugendarbeit die Lösung nun gefunden: Bis im August wird der Aussenbereich des Jugendhauses neu gestaltet und mit einem Steg direkt vom Wuhrplatz her zugänglich gemacht. «So wird das Haus ins Nutzungs- und Gestaltungskonzept Marktgasse–Jurastrasse–Wuhrplatz–Mühle eingeschlossen», freut sich Bertschinger. Er ist überzeugt, dass damit nicht zuletzt die heute von Jugendlichen stark frequentierten öffentlichen Plätze «entproblematisiert» werden können. Clubmitglieder packen an Überraschend kommt die Idee nicht. Bereits bei seinem Stellenantritt 2006 hatte Bertschinger feststellen müssen, dass das damals wenig attraktive Jugendhaus von den Jungen kaum frequentiert wurde. 2009 liess die Stadt als Eigentümerin der Liegenschaft das Jugendhaus dann zumindest im Innern erneuern. Mit Erfolg: Durch eine bessere Infrastruktur können im Haus nun verschiedene Anlässe und Projekte parallel durchgeführt werden, was die Jugendlichen zu schätzen scheinen. Mittlerweile ist das Haus denn auch wieder fünf Tage die Woche offen, weitere Öffnungen sind geplant. Ganz zufrieden war Bertschinger aber noch nicht. Denn im Sommer treffen sich auch Jugendliche lieber unter freiem Himmel. Trotzdem wurde im Zug der Jugendhaussanierung auf eine Neugestaltung des Aussenbereichs aus Budgetgründen verzichtet. Nun wird das Projekt überraschend doch realisiert – allerdings nicht von der Stadt, sondern vom Kiwanis Club Langenthal. Rund 80000 Franken koste die Neugestaltung des Aussenbereichs, erklärte Clubmitglied und Projektleiter Beat Müller am Samstag an einer Medienorientierung. Je rund 30000 Franken bringen der Kiwanis Club sowie Firmen aus dem beruflichen Umfeld des Architekten ein, weitere rund 20000 Franken steuern die 55 Clubmitglieder in Form von Fronarbeit bei. Bereits vor zehn Tagen haben sie den Vorplatz gerodet und letztes Wochenende nun die Umgebung vorbereitet, sodass am nächsten Samstag mit der Bepflanzung des Kiesplatzes begonnen werden kann. Weitere Teilprojekte folgen in weiteren Etappen bis im August. Geplant sind unter anderem eine mobile Aussenbar sowie eine Pergola, Sitzgelegenheiten am Langeteufer sowie eine Verlegung der Veloständer. Auch der heutige Schrebergarten soll dereinst von den Jugendlichen als freier Raum genutzt werden können: 2012 wird dieser einer Arena mit Grilleinrichtung weichen. Betreuter Freiraum Dass ein Treffpunkt vor dem Jugendhaus vermehrt zu Reklamationen von Anwohnern führen könnte, glaubt Thomas Bertschinger nicht. Bewusst habe man sich für eine mobile Bar und einen mobilen Grill entschieden, sodass die Jugendarbeit den Betrieb steuern und zu einer bestimmten Zeit ins Innere des Hauses verlegen könne, erklärt er. Auch für die Jugendlichen selber sei es – gerade in der «anonymer werdenden Gesellschaft» – wichtig, dass sie einen Platz hätten, wo sie durch die Fachleute der Jugendarbeit gut erreichbar seien. Kathrin Holzer >

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