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Ein Dorf auf dem Weg ins Emmental

bätterkindenDie aktuelle Debatte um den Kulturbatzen hat es gezeigt. Die Gemeinde kommt Stück für Stück im

Emmental. Das ist eine Landschaft, die von saftig grünen Matten, dunklen Wäldern und mehr oder weniger steilen Hügeln mit den dazugehörenden mehr oder weniger steilen Krächen geprägt ist, eine Landschaft auch, in der Bauern auf behäbigen Höfen wohnen und die Milch für den berühmten Käse produzieren. Dieses Bild einer sehr urtümlichen voralpinen Welt ist in den Köpfen fest verankert. Wie ganz anders sieht es in Bätterkinden aus, wo das Land flach ist, die Hügel in den Hintergrund rücken und erst noch Bucheggberg oder Jura heissen. Es ist eine Welt der Einfamilienhäuser und der Pendler, die Tag für Tag zur Arbeit in die nahen Agglomerationen fahren – kein Wunder, liess sich Gemeindepräsident Beat Linder Anfang Monat in der Zeitung mit dem Satz zitieren, Bätterkinden werde es schwer haben, als Teil des Emmentals akzeptiert zu werden. Ungeachtet dessen, dass sein Dorf nicht nur an der Emme liegt, sondern auch bereits seit gut einem Jahr zum politisch neu umrissenen Emmental gehört. Das Dorf arbeitet daran Heute relativiert Linder diesen Satz. Zumal seit dieser Woche im Verhältnis zum übrigen Emmental ohnehin alles anders geworden ist. Nur dem geschlossenen Auftreten aller 42 Emmentaler Gemeinden im Grossen Rat sei es nämlich zu verdanken, hält der Präsident anerkennend fest, dass Bätterkinden nicht mehr die Kulturbetriebe in der Stadt Bern unterstützen müsse, sondern das Geld dem heimischen Schaffen zukommen lassen könne. «Das hat mich sehr gefreut – und mir gezeigt dass, das neue Emmental wirklich funktioniert.» Linder sagt offen, dass seine ursprüngliche, sehr ernüchternde Analyse einer Enttäuschung genau in dieser Frage entsprungen sei. Er habe schlicht nicht verstanden, wieso die Regierung auf den Zahlungen an die Stadt beharrt habe. Wo doch die gleiche Regierung darauf achte, dass die neuen Verwaltungskreise möglichst für alle Aufgaben zuständig seien – gleichzeitig macht er aber auch klar, dass das Emmental noch weiter zusammenwachsen muss. «Wir lernen einander erst kennen», sagt er und erinnert daran, dass seine Gemeinde als Teil des alten Fraubrunnenamtes in ein völlig neues Umfeld gekommen ist. Vor diesem Hintergrund bemühen sich die Bätterkinder aktiv darum, vom übrigen Emmental wahrgenommen zu werden. Gelegenheit dazu bietet das geplante Gotthelf-Musical der Thuner Seespiele: Am gemeinsamen Glockenturm aller Emmentaler Gemeinden wollen sie sich mit «einer Kuhglocke mit Bätterkinder Wappen» beteiligen. Und an den Veh-freudigen Spezialkäse steuern sie «120 Liter silofreie Milch» bei, wie sie die Medien unlängst wissen liessen. Gegenseitige Solidarität Diese Botschaft wird gehört. Obwohl auch Regionalpräsident Samuel Leuenberger davon spricht, dass «das Zusammenwachsen Zeit braucht». Immerhin sind die Themen am Oberlauf und am Unterlauf der Emme nicht die gleichen. Oben, wo die Landschaft Ruhe und Erholung verspricht, «ist der Tourismus grosses Thema», unten, wo Industrie und Handel die verkehrsgünstige Lage schätzen, «liegt das Interesse eher bei den Fragen rund um die Wirtschaftsförderung». Trotzdem spüre er, so Leuenberger, «dass wir auf einem sehr guten Weg sind». Die Solidarität für den jeweils anderen Teil spiele – das habe nicht nur die aktuelle Debatte um den Kulturbatzen gezeigt, wo sich das obere Emmental mit dem unteren solidarisiert habe. Umgekehrt sei es vor zwei Jahren für das untere Emmental keine Frage gewesen, Geld für die Tourismusförderung zu sprechen.Stephan Künzi>

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