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Ein feinsinniges Musik- Geschenk zur Adventszeit

spiezDie Dorfkirche voll besetzt, alle begeistert lauschend, niemand hustet – da muss was Aussergewöhnliches vor sich gehen. Die Swiss Mountain Singers sind nicht gewöhnlich, noch weniger die schwarze Sängerin, der Pianist und der Dirigent.

Beim Einzug noch rasch Mentaltraining: «Wir schaffen es!» Dann konzentrieren sich die rund sechzig Sängerinnen und Sänger auf ihren Dirigenten Dominik Breitenbach. Dass dieser sie voll im Griff hat, wird sofort klar. Der Chor noch etwas zaghaft, doch Breitenbachs Präzision löst die Spannung. Statt mit dem Taktstock führt er mit Körpersprache, Mimik und Gesten; leitet präzis von pianissimo bis fortissimo. Da gibts keine abgerissenen Sätze oder verzettelten Wortenden. Mitverantwortlich dafür sind auch die fehlenden Notenblätter, die üblicherweise den Augenkontakt zum Dirigenten einschränken. Die Intonation stimmt Der Nächste im erfolgreichen Reigen ist der Pianist Martin Jufer mit dem von Europäern nur schwer nachvollziehbaren Gospelrhythmus. Anfänglich dominiert das verstärkte Piano noch in leisen Passagen – dem «Ave verum» kommt das Mozartsche leicht abhanden. Doch nach der Pause kurz am Verstärker manipuliert, und die Intonation stimmt. Sandy Patton erhellt Mienen An der Symbiose massgeblich beteiligt ist die Jazzsängerin und Gesangsdozentin Sandy Patton. Kaum bringt sie ihr Timbre ein, heitern sich die konzentrierten Gesichter des Chors auf; aus dem bis dato bodenständigen Spiel der Sänger wird Bewegung, die sich rasch auf das Publikum überträgt. Staunend erlebt der Zuschauer und Zuhörer, zu welch wunderbaren Leistungen der Mensch fähig wird, strebt er Schönes gemeinsam an. Chor, Solistin, Instrumentalist und Dirigent vermittelten hier die Verbindung ins Übersinnliche und interpretieren die musikalischen Gebilde der Komponisten auf vielversprechende Art und Weise. Vielleicht lässt sich damit das Wesen der Gospels erahnen, dem letztlich nur ihre Schöpfer ganz gerecht werden. Walzerklänge zum Auszug Damit intellektuelle Fragen das Konzert nicht störten, fand Nadja Ruch das richtige Mass an Moderation. Wars Absicht oder Zufall? In die Pause wie vor ihrem Auszug entliessen die Mountain Singers das begeisterte Publikum mit Walzertakten, einmal schnell, einmal langsam. In der Zeit gerader Takte eher ungewöhnlich, dafür klang die beschwingte Musik umso länger nach. Guido LauperDie endgültigen Abschiedskonzerte von Sandy Patton geben die Swiss Mountain Singers am kommenden Samstag,10.Dezember, um 20 Uhr in der reformierten Kirche Frutigen und am Sonntag, 11.Dezember, um 17 Uhr in der Schlosskirche Interlaken. www.swissmountainsingers.ch>

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