Ein Haus nur für die Musik

Interlaken

Helle, bunte, luftige Räume, komfortables Lernen und Unterrichten – im Neubau «Haus der Musik» herrscht eine kreative Atmosphäre. Am Samstag fand die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür statt.

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«Das neue Haus der Musik ist ein lokales Kompetenzzentrum für Musik, in dem alles stimmt. ­Dieses Haus wird eine enorme Ausstrahlung haben, hier werden lebensprägende Begegnungen stattfinden», sagte Interlakens Gemeindepräsident Urs Graf am Samstag. Gegen 150 geladene Gäste nahmen an der Einwei­hungsfeier im grossen Saal teil.

Walter Jorns, Dirigent der Jugendmusik Interlaken (JMI), erzählte, wie er als Jugendlicher in engen, dunklen, muffigen Betonkellern Klarinette spielen lernte und wie oft die JMI in den letzten Jahren umziehen musste. Gemeinsam mit dem Bauherrn, dem Verein Musikschule Oberland-Ost (MSO), bewohnt nun die JMI die hellen, bunten und luftigen Räume im schwarzen Holzhaus an der Mittengrabenstrasse.

Funktion und Ästhetik

Schulleiter Sandro Häsler erklärte: «Mit diesem Haus ist ein Traum wahr geworden; der Spagat zwischen Funktion und Ästhetik ist gelungen.» Paul Rosser, federführender Architekt der L2A Architekten AG: «Begegnung braucht Raum, darum der Entscheid für ein zweigeschossiges Atriumhaus, wo man sich trifft, wo man wartet.» Im Erdgeschoss liegen der grosse Musiksaal, zwei Unterrichtsräume für die Schlagzeuger, Verwaltungsbüros und der Empfang.

Über eine zentrale Treppe gelangt man ins Obergeschoss mit zehn kleineren und zwei grösseren Unterrichtsräumen. Architekt Rosser: «Das mutige Farbkonzept soll die vielen Facetten der Musik widerspiegeln.» Für eine gute Akustik sorge das Schallschutzkonzept mit Teppichboden, Lochdecken, Wandvorhängen und je einer schiefen Wand in den Unterrichtsräumen.

Der Bau unter der Leitung von Herman Trauffer begann im Juli 2015; per Ende Juni 2016 konnte die Schule einziehen. Die spätere Aufstockung einer dritten Etage ist vorgesehen. Auf dem Dach wurde eine Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung installiert.

Erfreuliche Finanzen

Projektleiter David Bühler, der sieben Jahre lang die Arbeitsgruppe Raumbeschaffung präsidierte, sagte: «Unser Entscheid, im Neubau Platz für die JMI und weitere Vereine zu schaffen, hat überzeugt. Wir stiessen überall auf offene Ohren und grosszügige Portemonnaies.» Mit dem «sensationellen Ergebnis» von bisher 1'050'000 Franken sei das ursprüngliche Sammelziel von 800'000 Franken weit übertroffen worden. Auch der Kanton hat via Lotteriefondsgelder einen Beitrag geleistet.

Dank den vielen privaten Einzelspenden, die in den letzten Monaten noch eingetroffen waren, «reichte es noch für einen wunderbaren Konzertflügel von Steinway & Sons – davon hätten wir vor zwei Jahren nicht zu träumen gewagt», sagte Bühler. Und Schulleiter Sandro Häsler ergänzte: «Ich fühle grosse Dankbarkeit und Demut.» Begleitet von Pianist Stefan Dorner am besagten Flügel blies Häsler auf der Trompete das Lied «I dreamed a dream» aus dem Musical «Les Misérables».

Zahlreiche Besucher genossen zur Feier des Tages weitere Highlights wie etwa das Monsterkonzert mit 50 Streicherinnen und Streichern, Sommermusik mit dem Holzbläserensemble oder Swing-Klassiker von der MSO-Big-Band. Häsler: «Das Haus der Musik ist schon jetzt mit Leben erfüllt. Unsere Türen stehen immer offen.»

www.haus-der-musik.ch

Berner Oberländer

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