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Ein Krimi im Märchenland

Das neue Märchenspiel «D’Mondsteine» von Monika Demenga und Hans Wirth ist spannend und tiefsinnig, poetisch und witzig zugleich, mit ausdrucksstarken Figuren

Es ist ein klassischer Märchenstoff: Ein Zwerg hütet die Mondsteine, die das Gute auf der Welt bewahren. Deshalb will sie der Teufel mit seinen Gehilfen zerstören und nutzt dazu auch die menschliche Gier. Vor über vierzig Jahren hat Monika Demenga dieses Stück von Peter Suter als eines ihrer ersten auf die Bühne gebracht. Nun zeigen sie und ihr Partner Hans Wirth eine völlig neue Fassung. Lebendig und farbig Die Tischmarionetten sind in Gesicht und Bewegung noch ausdrucksstärker als von der Berner Puppenbühne gewohnt. Obwohl sie von den beiden sichtbaren Puppenspielern geführt werden, scheinen sie lebendig: der alte Bergzwerg und der hilfreiche Uhu, der feige Räuber mit seiner kratzbürstigen Hexenfrau, der arrogante Teufel, der tollpatschige Polizist und der vornehme König. Der auf Abwege geratene Bub Bastian wie seine Freundin, die muntere Prinzessin, wirken wie richtige Kinder und erleichtern damit die Identifikation. Monika und Frank Demenga, Miriam Jenni und Daniel Ludwig statten alle Figuren mit einem farbigen Berndeutsch aus. Poetisch und witzig Die Geschichte von Raub und Rettung der für das Glück der Menschheit entscheidenden Zaubersteine ist ein temporeicher Krimi mit bedrohlichen Momenten. Gut, dass dem Publikum gleich zu Anfang versichert wird, die grauslige Riesenspinne werde garantiert nicht von der Bühne herunterkrabbeln. Einen wichtigen Beitrag zur Poesie der Inszenierung leistet das Bühnenbild von Jann Messerli und Beni Küng. Die drei liebevoll ausgearbeiteten Schauplätze Park, Hexenküche und Kerker erlauben es, die Spannung ohne Unterbrechung durchzuhalten. Die atmosphärische Musik stammt von Jiri Ruzicka, der auch Regie führt. Die vielen Erwachsenen im Premierenpublikum liessen sich ebenso bezaubern wie die Kinder, von denen auch ein Viertklässler das Stück nicht unter seiner Würde fand; jüngere als Fünfjährige wären aber überfordert. Marie-Louise ZimmermannVorstellungen: bis Ende Nov., Wiederaufnahme im Jan.2011, Berner Puppen-Theater, Bern. Reservation: 031 311 95 85. >

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