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Ein Oberdeck für den Dampfer «Helvetia»

Um einen halber Meter breiter und um vier Meter länger wurde vor 100 Jahren das Dampfboot «Helvetia». Das Schiff erhielt auch ein Oberdeck. Freunde der Schifffahrt freute das: Es hatte nun Platz

Frohe Kunde für Fans der Schifffahrt gabs in Thun vor 100 Jahren: Das Dampfboot «Helvetia» wurde auf der Werft im Lachen um einen halben Meter verbreitert, um vier Meter verlängert sowie mit einem Oberdeck versehen. Damit erhöhte sich seine Tragfähigkeit von 500 auf 700 Personen. Ferner wurden die Kessel erneuert. Was in Thun vor 100 Jahren ausserdem für Schlagzeilen sorgte: 4. 10. 1910 Auf dem Friedhof Schlossberg wurden im Gebüsch versteckt gefunden: Eine goldene Damenuhr, eine goldene Halskette, ein goldenes Kollier, zwei goldene Damenfingerringe, ½ Pfund Butter, eine Kerze, ein Schraubenzieher und eine leere Schoppenflasche. Wahrscheinlich stammen diese Dinge aus einem Einbruch. 5. 10. 1910 Gottlieb Lüthi hat die Metzgerei seines Onkels Eduard Lüthi käuflich übernommen und wird diese in unveränderter Weise fortführen. 7. 10. 1910 Die im September gegründete Genossenschaft Blaukreuzhof übernimmt das Hotel Schweizerhof, welches hiermit den Namen ändert. Der Blaukreuzhof soll Gasthof und Hotel für Abstinente werden. 10. 10. 1910 Hell lachte die Sonne über dem gestrigen Ausschiessetsonntag. Vor den Festzug jagte der Bajass die jubelnde Kinderschar und unser Tell, Vater Wenger, war begleitet vom grossöhnlichen Tellenknaben. 11. 10. 1910 Im Saal des Steinbock «The American Bioscope», erstklassiges Kinematographentheater. Neu und modern eingerichtet. Samstag und Sonntag grosse Eröffnungsvorstellung. 13. 10. 1910 Der Bienenzüchterverein meldet einen Fall von Faulbrut. Mitglieder können dagegen für 5 Rappen pro Volk eine Versicherung abschliessen. 15. 10. 1910 In der Falkenhalle grosse Gastspiel-Konzerte des weltberühmten Elite-Damen-Blas- und Streichorchesters «LyraT». Schneidige deutsche Militärmusik, vollbesetzte Streichmusik. 17. 10. 1910 Die Freisinnigen erheben eine Resolution zum Beschluss, die Nationalrats-Proporzvorlage mit allen Mitteln zu bekämpfen. 18. 10. 1910 Jakob Stämpfli hat mietweise das Restaurant Beau-Rivage in Scherzligen übernommen. Telefon im Hause, amerikanisches Billard. 19. 10. 1910 Das Polizei-Inspektorat veröffentlicht das auf den 7. Oktober in Kraft getretene Absinth-Verbot. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis 2 Jahren Gefängnis und Fr. 3000 Busse. 21. 10. 1910 Die neuen elektrischen Strassenlaternen in den Gassen von Thun dürften anderen Städten als Vorbild dienen. Die «Schweizerische Baukunst» rühmt die Beleuchtung in höchsten Tönen. 22. 10. 1910 Die Metallarbeiter-Gewerkschaft organisiert einen Lichtbilderabend über die sexuelle Aufklärung; aber nur für Männer. Eintritt 40 Rappen. 23. 10. 1910 Auf der Velomatte startet der «Kleine Zeppelin» zu Werbezwecken, aber auch zur grossen Freude der Schuljugend. 24. 10. 1910 Bei der durch die Kassation notwendig gewordenen Wiederholung der Gemeinderatswahl sind die drei Sozialdemokraten Fankhauser, Heiniger und Howald gewählt worden. Diese schwangen schon beim ersten Wahlgang im Juni obenaus. 25. 10. 1910 Auf der Allmend wurden zwei Jünglinge geschnappt, die sich mit dem gewerbsmässigen Fangen von unter Schutz stehenden Singvögeln befassten. 25. 10. 1910 Im Alter von 72 Jahren starb der ehemalige Schulvorsteher der Mädchensekundarschule, Jakob Lämmlin. 45 Jahre wirkte Lämmlin als Lehrer in Thun. 26. 10. 1910 Die bürgerliche Presse kritisiert den Ausgang der Thuner Gemeinderatswahlen und fordert die Abschaffung des Doppelwahlrechtes am Wohn- und Arbeitsort. 26. 10. 1910 Die Zentralschulkommission fordert Buchhandlungen, Kioske und Papeterien zur aktiven Mithilfe und Unterstützung im Kampf gegen die Schundliteratur auf. 29. 10. 1910 Die Milchhändler von Strättligen verkaufen die Milch ab 1. November zu 23 statt 22 Rappen, diejenigen von Thun schlagen aber von 23 auf 24 Rappen auf. 31. 10. 1910 Der Gemeinderat empfiehlt die Übernahmegesuche folgender Wirtschaftspatente zur Genehmigung: Johann Egli, zum goldenen Löwen. Hans Kammer-Lüthi, zu den drei Eidgenossen (Kupferschmied), Herrmann Schneider, Gambrinus. Rosina Blatter, zum Steinbock (mit Ausschaltung einiger Lokalitäten zum Betrieb eines Kinematographen). Berta Berchthold-Lanzrein, die Wirtschaft der Frau Holzer-Elles bei der Sinnebrücke. pd Quelle: Stadtarchiv Thun>

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