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«Ein Stein vom Herzen gefallen»

handballDank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit hat Wacker Thun zum ersten Mal seit 87 Tagen in der Meisterschaft wieder ein Spiel gewonnen – mit 32:21 gegen Fortitudo Gossau.

Die Erleichterung bei Martin Rubin war nach dem Spiel gross. Vom berühmten Stein, der ihm, und hoffentlich auch seinem Team, nun endlich vom Herzen gefallen sei, sprach der Trainer von Wacker Thun. Sein Team war als klarer Favorit in die Partie gegen Fortitudo Gossau gestartet. Ein Blick auf die Formkurve liess jedoch nichts Gutes erahnen. Die Oberländer hatten in der Meisterschaft zuletzt sechsmal in Serie verloren. Der letzte Erfolg datierte vom 17.November 2010 (29:19 gegen Pfadi Winterthur). Der Tabellenachte aus der Ostschweiz dagegen hatte drei seiner letzten vier Spiele gewonnen – und durfte auch in Thun lange auf weiteren Punktezuwachs hoffen. Entscheidung nach der Pause 36.Minute: Die Gäste aus Gossau haben soeben einen Zweitorerückstand wettgemacht und zum 14:14 ausgeglichen. Wacker wankt, fällt aber nicht. Im Gegenteil: In den darauffolgenden zehn Minuten kassieren die Gastgeber keinen einzigen Gegentreffer und ziehen auf 20:14 davon – die Vorentscheidung. «Ich hatte nie Angst, zu verlieren», gab Rubin nach dem Spiel zu Protokoll. Und bereits in der Pause hatte er zu seinem Team gesagt: «Wenn wir defensiv so weiterspielen, können wir diese Partie nicht verlieren.» Wacker Thun musste in den ersten 11 Minuten nur zwei, bis zum Pausenpfiff lediglich neun Gegentore zulassen. Nach den 20 Gegentoren in der ersten Halbzeit am Mittwoch in Stäfa eine klare Steigerung. Trotzdem hielten die Ostschweizer mit, lagen zur Pause nur mit 9:11 im Hintertreffen – weil die Thuner in der Offensive versagten. Rathgebs spezieller Tag Die beiden Mannschaften boten den 510 Zuschauern in der ersten Halbzeit Handballmagerkost. Auf sich aufmerksam machte in den Reihen der Thuner einer, der sonst selten im Mittelpunkt steht: Thomas Rathgeb stand zum ersten Mal vor eigenem Anhang in der Startformation – und der 21-Jährige bestand die Feuertaufe mit Bravour. «Ich habe erst beim Einlaufen erfahren, dass ich spielen werde», sagte er nach der Partie, und: «Ja, ich war aufgeregt.» Martin Rubin wollte ein Zeichen setzen, liess den in Stäfa enttäuschenden Manuel Reber vorerst auf der Bank. Und auch Jonas Dähler, unter der Woche in einem Skilager und deshalb nur einmal im Mannschaftstraining, musste zu Beginn zuschauen. Der Plan ging auf: Reber (1 Tor) und Dähler (5) wussten nach der Pause zu überzeugen und hatten massgeblichen Anteil daran, dass am Ende ein ungefährdeter Sieg resultierte. «Plötzlich gelang uns alles», stellte auch Rathgeb von der Bank aus fest. Auf dieser konnte er sich mental bereits auf seinen nächsten Einsatz vorbereiten. Nach Spielschluss stellten ihn seine Eltern nach Steffisburg, in die Musterhalle, wo er mit dem TV Steffisburg das NLB-Spitzenspiel gegen GC Amicitia/RWZ bestritt – und gewann (29:25). In einem turbulenten Spiel (mehr dazu in der morgigen Ausgabe) spielte Rathgeb noch einmal 30 Minuten, erzielte zwei Tore – und kassierte kurz vor Schluss, nach seiner dritten Zweiminutenstrafe, eine Rote Karte. Ein unrühmliches Ende eines erfolgreichen Tages.Raphael Hadorn >

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