Einblick in eine alte Genusswelt

Adelboden

Mit der ersten Kaffeerösterei im Dorf hat die Gebrüder Hari AG eine Marktlücke gefüllt und eine Nostalgiewelle ausgelöst.

<b>Sie vertreten für die Gebrüder Hari AG die neue Kaffeerösterei Adelboden</b> (v.l.): Thomas (VR-Vize), Roland (VR-Präsident und Geschäftsführer) und Andrea Hari (VR-Mitglied und Sekretärin).

Sie vertreten für die Gebrüder Hari AG die neue Kaffeerösterei Adelboden (v.l.): Thomas (VR-Vize), Roland (VR-Präsident und Geschäftsführer) und Andrea Hari (VR-Mitglied und Sekretärin).

(Bild: PD)

Nun hat auch Adelboden eine eigene Kaffeerösterei. Thomas Hari, Weinakademiker und Vizepräsident des Verwaltungsrates der Gebrüder Hari AG, sieht darin einen grossen Gewinn.

Mit fair gehandeltem und individuell selektiertem, hochwertigem Premiumrohkaffee aus den besten Anbaugebieten der Welt, vom Kaffeegürtel rund um den Äquator, werden vorerst drei verschiedene Bohnenarten verkauft.

Hang zur Nostalgie

«Ausschlaggebend dazu war die in früheren Zeiten gelebte Kaffeekultur in den Bergen, als die in den Kolonialwarenhandlungen gekauften Bohnen über Feuerstellen geröstet wurden», sagt Hari und spricht die unter dem Namen «Rööschtmad» angebotenen Bohnen an. Frei übersetzt heisst dies «am steilen Hang gelegener Heuschober» und verweist auf das alte Bauern- und Sennentum.

«Die Bohnen aus Afrika, Brasilien und Zentralamerika werden bei uns mit einer der besten Maschinen der Welt, einem norddeutschen Trommelröster, zu einem delikaten Aroma verarbeitet.» Für Thomas Hari ist es wichtig, zu Beginn der Vogellisi-Welt im Juni eine gleichnamige Mischung herauszugeben, um die Tradition weiterleben zu lassen.

«Jeder Mensch hat eine Affinität zum Kaffee, sei es im negativen oder positiven Sinn, und es verbindet ihn vieles mit diesem Genussmittel», so Hari. «Wir bei uns bieten Kurse an, wie wir es beim Wein oder bei Spirituosen machen. Wir vermitteln die Kostbarkeit dieses exotischen Edelrohstoffs und zeigen den früheren mühsamen Seeweg auf, der in unseren Breiten nach Hamburg, Venedig oder Triest ging. Dem späteren Genuss gingen viel Mühe, Arbeit und Schweiss voraus.» Um das Aroma voll zu geniessen, komme man langsam von den Einwegkapseln weg, und die alten Zeiten würden sukzessive wieder zurückgeholt.

Genussmittel von Qualität

Thomas Hari sieht den reinen Kaffee auf der gleichen hohen Stufe wie den Wein, edle Spirituosen, Tee, kalt gepresstes Olivenöl oder einen Aceto Balsamico. Hier seien eine gute Lagerung und regelmässige Verkostungen sehr wichtig. Dass der Hang zu mehr Qualität immer entscheidender wird, bewies letzten Samstag der Tag der offenen Rösterei, der bei zahlreichen Menschen grossen Anklang fand.

Kursangebot zum Thema «Ein altes Brauchtum wieder aufleben zu lassen – das Kaffeerösten» am 7. Mai und am 13. Juni, Kaffeerösterei Adelboden, Landstrasse 45; Infos unter www.roestereiadelboden.ch.

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