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«Eine Frage des Milieus»

BildungLaut Robert Furrer, Generalsekretär der kantonalen Erziehungsdirektion, ist die Leseschwäche der Berner Schülerinnen und Schüler nicht alarmierend.

Herr Furrer, wie erklären Sie sich die Leseschwäche der Berner Schülerinnen und Schüler? Robert Furrer: Primär ist es nicht eine Schwäche im bedenklichen Sinn, sondern eher eine mangelnde Stärke. Im internationalen Vergleich sind unsere Leistungen sehr gut. Die Pisa-Studie zeigt auch, dass der soziale und der Migrationshintergrund der Schüler eine Rolle spielen. Entscheidend ist die Lust am Lesen. Ein Faktor, der nichts mit der Schule zu tun hat. Trotzdem: Wie begegnet man der Leseschwäche? Die Schwachen werden individuell gefördert. Generell gilt es die Lesefähigkeit in sämtlichen Fächern zu beachten, indem die Lehrer überall, wo Sprache wichtig ist, Wert auf Aussprache, Textverständnis und Ausdruck legen. Laut Studie lesen vor allem die Berner Buben schlecht. Wie kann man sie fördern? Das ist eine schwierige Frage, weil das nicht allein in der Schule passieren muss, sondern auch in der Freizeit. Und dort lesen Buben in der Regel weniger als Mädchen. Ob ein Kind liest, ist zudem eine Frage des Bildungsmilieus, in dem es aufwächst. In der Schule kann man die Lust der Buben am Lesen fördern, indem man ihnen mehr für sie spannende Themen anbietet. Laut der Studie ist die Integration nicht gut für Sekschüler: Sie schneiden in separaten Klassen besser ab. Das kann ich so nicht bestätigen. Das Problem ist nicht das Modell, sondern die Mischung in der Klasse. Wir müssen nicht bei der Integration zurückbuchstabieren, sondern ähnlich wie in Finnland dafür mehr Ressourcen zur Verfügung stellen. Interview: as >

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