Eine Million abgeschrieben – dank Budgetdisziplin

Meiringen

Die Gemeinde kann eine Million Franken abschreiben und so das Verwaltungsvermögen entlasten. Ein Irrtum bei den Lehrergehaltskosten wird sich zudem positiv auf die Rechnung 2016 auswirken.

Die Sanierung des Gemeindehaus, hier bei der Wiedereinweihung im September 2015, verursachte «nur» eine Verschuldung von einer Million.

Die Sanierung des Gemeindehaus, hier bei der Wiedereinweihung im September 2015, verursachte «nur» eine Verschuldung von einer Million.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Nathalie Günter@nathalieguenter

«Ich darf ein super Ergebnis präsentieren», sagte Finanzverwalter Bernhard Jakob am Donnerstagabend in Meiringen vor 54 Stimmberechtigten. Der neue Leiter Finanzen präsentierte in der Aula im Schulhaus Kapellen die Jahresrechnung 2015 mit einem Ertragsüberschuss von exakt 1,4 Millionen Franken vor Abschreibungen.

Das Eigenkapital beträgt knapp 4,8 Millionen Franken, der Jahresumsatz 43,4 Millionen Franken.

Disziplin bei den Ausgaben

Mehrmals erwähnte Jakob die gute Kostendisziplin, die bei den verschiedenen Projekten geherrscht habe. «Jeder hat die Ausgaben immer wieder auf ihre Notwendigkeit hin überprüft und hinterfragt.» So resultierte bei den Sachaufwänden eine Einsparung von 280'000 Franken.

Weiter hat die Gemeinde Meiringen im 2015 deutlich mehr Steuern als geplant eingenommen (plus 670'000 Franken). Dies dank einer Korrektur aus den Vorjahren und der Abschaffung der Berufskostenpauschale.

Auch die Verschuldung fiel tiefer aus als erwartet: Sie beträgt aktuell noch 16 Millionen Franken – das entspricht 3300 Franken pro Kopf. Beim Projekt Gesamtsanierung Gemeindehaus hatte der Gemeinderat mit einer Verschuldung von 2 Millionen Franken gerechnet, im Endeffekt war es «nur» 1 Million.

Dies dank dem guten Ergebnis und einer damit höheren Selbstfinanzierung. Die Nettoinvestitionen im Jahr 2015 beliefen sich auf 4,45 Millionen Franken.

Bernhard Jakob führte aus, dass die Gemeinde durch das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 innerhalb von acht Jahren das Verwaltungsvermögen abschreiben muss. «Dank unseres guten Rechnungsergebnisses können wir eine Million abschreiben und damit das Verwaltungsvermögen auf 11,8 Millionen reduzieren.»

Die Stimmberechtigten winkten die Genehmigung der Jahresrechnung und die Abschreibung von einer Million diskussionslos und einstimmig durch.

837'000 Franken aufgetaucht

Gemeindepräsident Roland Frutiger liess beim Traktandum «Verschiedenes» aufhorchen. Der Kanton Bern verrechnet die Lehrergehaltskosten an die Sitzgemeinden, im Fall Oberhasli ist dies Meiringen. Diese Änderung geschah per 1. August 2012.

Nur ging die Weiterverrechnung an die Anschlussgemeinden – beispielsweise an Hasliberg–im Oberhasli seither vergessen. «Niemand hat es gemerkt, weder bei uns noch bei den Anschlussgemeinden», sagte Frutiger.

Betroffen sind die Lehrergehälter im Rahmen von Besonderen Massnahmen Oberhasli (BMO). Insgesamt geht es um 837'000 Franken. Der Fehler hatte Finanzverwalter Jakob bei seiner Einarbeitung aufgedeckt.

«Wir haben mit den übrigen Gemeinden aushandelt, dass wir den Betrag in Rechnung stellen werden», sagte Frutiger. Die Anschlussgemeinden budgetieren die Beträge in ihrer Rechnung 2016. Die Anschlussgemeinden werden diese Tage an ihren Gemeindeversammlungen informieren.

Frutiger hatte auch News bezüglich Feriendorf auf der Sauvagematte: «Der Kanton hat die Überbauungsordnung vorgeprüft.» Wenn alles reibungslos laufe, starte der Bau im Frühling 2017.

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