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Eine Waschmaschine als Wundertüte

ThunDie 17 -jährige Sina Hirzberger hat als Matura-

Eine Kartonschachtel, die zu einer Waschmaschine umfunktioniert wurde, und eine Wäscheleine sind auf der Bühne der Alten Oele zu sehen, als das Publikum am Samstagabend zur Aufführung des Kabaretts «Waschmaschinen leben länger mit Humor» eintrifft. Um Punkt acht Uhr tritt dann die 17 -jährige Sina Hirzberger in schlichten schwarzen Hosen, grünem Top und mit nackten Füssen auf die Bühne. Beinahe möchte man denken, dass die zierliche, junge Frau auf der Bühne etwas verloren aussieht. Doch dann legt sie los, rezitiert Gedichte, reisst Witze, tanzt und umgarnt ihr Publikum mit viel Charme. Der Gymnasiastin gelingt es, ihre Zuschauer anderthalb Stunden lang bei Laune zu halten, und je länger sie auf der Bühne steht, umso besser wird sie. Leidenschaft fürs Theater «Von klein an wollte ich immer Theater spielen. Ich habe oft mit meinen Schwestern Stücke einstudiert, die wir dann unseren Eltern vorgetragen haben», sagt Sina Hirzberger. Vor einem Jahr hatte sie die Gelegenheit, bei der Bunbury-Inszenierung der Spiezer Schlossspiele die Rolle der Cecily zu spielen. Auch bei dem Wintertheater des Ensembles stand Sina in einer kleinen Rolle auf der Bühne und half hinter den Kulissen fleissig mit. «Das Theatervirus hat mich gepackt, und deshalb wollte ich auch eine Maturaarbeit zu diesem Thema machen.» Quirlig und fröhlich wie sie ist, stand für die junge Schauspielerin schnell einmal fest, dass sie die Leute mit einem Kabarett zum Lachen bringen möchte. Sina Hirzberger war dabei ihre eigene Autorin, Regisseurin, Souffleuse und Schauspielerin. Das Thema lieferte ihr die Werbung, dazu kamen verschiedene weitere Motive und Figuren. Diese Ideen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Inszenierung, in der Sina Hirzberger immer wieder neue Figuren aus ihrer Waschmaschine zaubert, Erich Kästner lebendig werden lässt, Politiker, Wahrsager und ihre Oma auf die Schippe nimmt. Der Werbeslogan «Waschmaschinen leben länger mit Calgon» lieferte in abgeänderter Form den Titel für ihr Kabarett. Gesammelt und geprobt Beim Apéro nach der Aufführung nimmt die Nachwuchskabarettistin strahlend die Komplimente ihrer Zuschauer entgegen. «Es hat riesig Spass gemacht», betont Sina Hirzberger. «Ich hatte Angst davor, dass das Publikum schlecht reagieren oder meine Witze nicht lustig finden würde. Dass das Stück so gut ankommt, hätte ich nicht erwartet.» Die Anerkennung des Publikums hat die junge Frau verdient, wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Herzblut sie in das Projekt investierte. «Ich hatte in der letzten Zeit immer Notizpapier dabei, und immer, wenn ich etwas Lustiges gehört oder erlebt habe, notierte ich es mir. Dann habe ich einzelne Szenen geschrieben und geprobt.» Ab und zu habe sie eine Idee auch wieder verworfen, weil ihr der Witz nicht gefiel oder die Pointe nicht funktionierte. Kleine Sina ganz gross Einzig das Lob, dass es mutig sei, in ihrem zarten Alter so ganz alleine auf eine Bühne zu stehen, will Sina Hirzberger nicht so richtig annehmen. Für jeden brauchten halt andere Sachen viel Überwindung, mutmasst die Schauspielerin. «Ich fühle mich gar nicht so mutig, wenn ich auf einer Bühne stehe. Es ist vielmehr so, dass ich es gar nicht fassen kann, dass da die kleine Sina auf der Bühne steht. Das ist wohl eine Art Selbstschutz.» Es bleibt zu hoffen, dass Sina Hirzberger auch in Zukunft zeigen wird, wie gross sie auf der Bühne ist. Therese KrähenbühlDie Präsentation der Maturaarbeiten der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten des Gymnasiums Thun-Seefeld findet am 14.Dezember 2011 statt.>

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