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Eine YB-Ikone muss ihren Platz räumen

Alain Baumann ist ab sofort nicht mehr Sportchef bei YB. Der Abgang des 45-Jährigen hatte sich abgezeichnet. Neben CEO

Als die Fussballer der Young Boys gestern gegen Winterthur ihr letztes Testspiel vor der Rückrunde bestritten (1:1, YB-Tor durch Matteo Tosetti), fehlte im Stade de Suisse ein vertrautes Gesicht. Anders als in den vergangenen fünfeinhalb Jahren begleitete Sportchef Alain Baumann das Team nicht in die Kabine. Am Morgen hatte Baumann seinen Freunden und Bekannten in einer SMS-Nachricht mitgeteilt, sein Engagement bei den Bernern gehe am Freitag zu Ende. Wenig später folgte die Mitteilung der Young Boys. Der Klub und Baumann hätten sich «im gegenseitigen Einvernehmen entschieden, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden», stand geschrieben. Über die Gründe von Baumanns Abgang machte YB keine genauen Angaben. Es hiess lediglich, die Ablösung erfolge im Rahmen der Umstrukturierungen beim Verein. 2008 zum Sportchef befördert Mit Baumann, der im März 45 Jahre alt wird, muss eine Ikone des Klubs seinen Platz bei den Young Boys räumen. Der Berner spielte zwischen 1985 und 1999 für YB und bestritt über 400 Spiele für den Klub. Er war dabei, als der Klub 1986 seinen letzten Meistertitel feierte und 1987 Cupsieger wurde. 2005 kehrte der Ex-Mittelfeldspieler, der jahrelang in der Versicherungsbranche gearbeitet hatte, als Teammanager zu YB zurück. Anfang 2008 wurde er vom damaligen YB-CEO Stefan Niedermaier zum Sportchef befördert. Niedermaiers Nachfolger Ilja Kaenzig wehrt sich entschieden dagegen, dass Baumann entlassen worden sei (siehe Interview unten). Tatsache ist, dass die Auflösung von Baumanns Vertrag alles andere als überraschend kam. Nach Niedermaiers Entlassung und der Amtsübernahme Kaenzigs im letzten Sommer wurde Baumanns Aufgabengebiet stark eingeschränkt. Transferverhandlungen wie zuletzt mit dem Schweden Alexander Farnerud und dem südkoreanischen Nationalspieler Koo Ja-Cheol führte Kaenzig, der sein Handwerk unter anderem in der Bundesliga bei Leverkusen erlernt hatte, alleine. Baumann war an den Entscheidungsprozessen nicht mehr beteiligt. Spätestens mit der Verpflichtung von Hansruedi Hasler, seit Anfang Januar Technischer Direktor, war klar, dass für Baumann im YB-Gefüge kein Platz mehr sein würde. Er trug zwar noch die Bezeichnung «Sportchef», seine Arbeit war aber vielmehr wieder jene eines Teammanagers. Zuletzt war Baumann der Delegationschef im YB-Trainingslager in Marbella. «Habe das Amt nicht gesucht» In Südspanien war es auch, wo Kaenzig mit Baumann ein erstes Gespräch über dessen Zukunft führte. Seit einer weiteren Unterhaltung gestern steht definitiv fest, dass diese nicht bei YB liegt. Mit Baumanns Abgang endet auch die Posse, mit der YB Anfang Jahr für Schlagzeilen sorgte: Bereits am Ende des letzten Jahres, rechtzeitig auf eine der zwei Kündigungsfristen, die sich in seinem Vertrag fanden, hätte Baumann eine Kündigung oder zumindest eine Änderungskündigung in seinem Briefkasten vorfinden sollen, die ihm der Klub geschickt hatte. Weil er über die Festtage in den Ferien war, konnte er den eingeschriebenen Brief jedoch nicht entgegennehmen. Der Vorgang gelangte an die Öffentlichkeit, und YB hatte wieder einmal Erklärungsbedarf. «Ich hänge etwas in der Luft», sagte Baumann kürzlich. Gestern war er dann nicht zu einer Stellungnahme bereit. Anfang 2008 hatte Baumann in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt, er habe das Amt als YB-Sportchef nicht gesucht. Aber auch: «Die Aufgabe ist in gewisser Weise ein Traumjob.» Nach dem Entscheid gestern ist er nun wieder auf der Suche nach einer neuen Funktion. Alexander WäflerTelegramm YB - Winterthur Seite 28 >

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