Zum Hauptinhalt springen

200 Waffen wurden am ersten Tag abgegeben

Seit Donnerstag läuft in Wangen die kantonale Waffenabgabe. Am ersten Tag sind über 200 Waffen abgegeben worden. Vor allem ausgediente Dienstwaffen wollten die Bürger loswerden. Die Polizei vernichtet nun die Waffen.

Weg damit: Ulrich Buchs (r.) ist froh, kann er seinen Karabiner abgeben. Er habe Grosskinder, sagt Buchs, da wolle er keine Waffe im Keller.
Weg damit: Ulrich Buchs (r.) ist froh, kann er seinen Karabiner abgeben. Er habe Grosskinder, sagt Buchs, da wolle er keine Waffe im Keller.
Walter Pfäffli

Ein älterer, silbergrauer Alfa Romeo steht vor den offenen Toren des Militärkomplexes, der farblich so blass wirkt, wie sein Name lautet: Gebäude 2. Ab elf Uhr dominieren in Wangen an der Aare aber nicht mehr in Tarnfarben gewandete Soldaten, sondern Zivilisten, die ihre Waffen entsorgen wollen. Seit gestern und noch bis Samstag kann jeder seine Waffen abgeben (wir berichteten).

Der silbergraue Alfa Romeo gehört Werner Imhof aus Kirchberg, der drei Gewehre und ältere Munition entsorgen lässt. «Meine Frau sagte, dass ich zu viele Waffen daheim habe.» Jetzt, nach dem Ausmisten, habe er noch zwei Gewehre und acht Pistolen. Früher sei er Sammler gewesen.

2500 Waffen abgegeben

Vor allem ältere Personen würden das Angebot nutzen, sagt Max Dällenbach vom eidgenössischen Militärdepartement. Er ist verantwortlich für die Rückgabeaktion. Wangen ist der dritte Ort im Kanton Bern, in dem die Schiesseisen zur Entsorgung abgegeben werden können, in der Stadt Bern wurden kürzlich 1440 Gewehre, Karabiner, Pistolen und Messer abgegeben, in Thun 1200. «Dreiviertel der abgegebenen Waffen sind alte Dienstwaffen, der Rest sind zivile Waffen», sagt Dällenbach.

Morgenstern und Granate

Anhand der Waffennummer ermittelt die Polizei, ob die abgegebene Ware gestohlen wurde, und Spezialisten prüfen, ob es sich um historisches Kulturgut handelt. «Ist das der Fall, geht das Stück in den Besitz eines öffentlichen Museums über. Der Rest wird vernichtet», sagt Dällenbach.

An den ersten beiden Abgabeorten fanden ein grosser Jagdpfeilbogen den Weg in die Entsorgung sowie ein Morgenstern mit zwei Kugeln. Und ein Besitzer fand für seine Minenwerfergranaten ebenfalls keine Verwendung mehr.

Die Waffen Verstorbener

Doch nicht alle Waffen sind derart kurios. In Wangen will Ulrich Buchs aus Aarberg seinen Karabiner loswerden. «Früher habe ich geschossen, hatte dann aber keine Zeit mehr. Nun habe ich Grosskinder, und da wollte ich nicht mehr, dass eine Waffe im Keller steht.» Buchs spricht für viele.

Denn auch Martin Bellin aus Farnern sagt: «Ich kam durch eine Wohnungsräumung an diese Pistole. Auf eine solche Abgabeaktion habe ich gewartet. Es war die Dienstwaffe meines Vaters, er war Polizist.» Zu sehen sind auch viele Frauen. Einige bringen die Armeewaffen ihrer verstorbenen Männer vorbei.

Die Aktion soll Suizide verhindern, eine griffbereite Waffe sei immer eine Gefahr, erklärt Dällenbach, mahnt aber vor Blauäugigkeit: «Es ist eine schöne Anzahl zusammengekommen. Man darf aber nicht das Gefühl haben, der Kanton Bern sei entwaffnet. In der Schweiz sind laut Bund derzeit rund 2,4 Millionen Feuerwaffen im Umlauf. Auch in Wangen kam schliesslich eine beträchtliche Zahl an Waffen zusammen. Bis gestern um 17 Uhr waren es exakt 222 Exemplare, die in den Kisten des Kantons landeten.

Weitere Abgabetermine: Heute Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Samstag von 9 bis 12 Uhr in Wangen an der Aare, Bifangstrasse, Logistik 2, Gebäude 2.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch