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Auf der Jagd nach den Schnäppchen

Auf der Suche nach einem günstigen Fahrrad haben am Samstag hunderte Schnäppchenjäger die Velobörse in der Markthalle Langenthal besucht. Vermehrt wurden auch gebrauchte E-Bikes feilgeboten.

Auf einer Proberunde durch die Markthalle: Heinz Schneider und sein Sohn Shane an der Velobörse.
Auf einer Proberunde durch die Markthalle: Heinz Schneider und sein Sohn Shane an der Velobörse.
Marcel Bieri

Der Frühling kommt, und mit ihm die Lust aufs Velofahren. Doch: Das Fahrrad in der Garage ist eingerostet, das Rad verbogen, die Bremsen locker. Also rasch zum Mechaniker damit. Aber der hat derzeit alle Hände voll zu tun. Ein Service auf die Schnelle ist nicht möglich. Ärgerlich. Doch verzagen muss niemand. Schliesslich gibt es zu dieser Jahreszeit Velobörsen, wo zu günstigen Preisen fahrtüchtige Modelle jedweder Gattung erstanden werden können. Eine solche Kauf- und Verkaufsmesse für Fahrräder fand am Wochenende in der Langenthaler Markthalle statt.

Drahtesel in Reih und Glied

Die hiesige Velobörse hat sich zum Publikumsmagneten gemausert. Besonders gross war der Ansturm bei Türöffnung am Samstagmorgen, sagt Mirko Jordi, Vorstandsmitglied von Pro Velo Oberaargau. Gegen dreihundert Kaufwillige seien geduldig angestanden. Doch bevor sich die Schnäppchenjäger über die in Reih und Glied aufgestellten Fahrräder hermachen durften, konnten die Mitglieder von Pro Velo von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Sie durften eine halbe Stunde früher als alle anderen in die Halle.

Das Prinzip der Börse ist einfach. Pro Velo stellt einzig die Plattform zur Verfügung. Für den Rest sind die Verkäufer und Käufer verantwortlich. Wer einen Drahtesel loswerden will, bringt ihn vor Messebeginn in die Markthalle. Ob Rostlaube oder neuwertiges Modell – jede Qualität ist erwünscht. Der Verkäufer bestimmt auch den Preis. Zudem zwackt die Interessengemeinschaft pro Handel einen kleinen Betrag als Provision für die Organisation der Velobörse ab.

Im Verlauf des Morgens nimmt die Hektik langsam ab. Die günstigsten Schnäppchen sind vergriffen. Gegen Mittag besuchen dann «die Geniesser» die Velobörse, wie Vorstandsmitglied Jordi weiss. Doch zu behaupten, rund zwei Stunden nach Türöffnung, hätte es nur noch Schrotthaufen im Angebot, wäre falsch. Zahlreiche, blitzblank geputzte Bikes sind noch zu haben. Zudem einige gut in Schuss gehaltene Kinder-velos. Das günstigste kostet läppische 15 Franken. Diese Gelegenheit will sich auch Familie Schneider aus Langenthal nicht entgehen lassen. Vater Heinz hat für seinen Sohn Shane (7) ein etwas teureres, aber immer noch schnäppchenverdächtiges Kindervelo entdeckt. Mit Hilfe seines Vaters dreht Shane ein paar Proberunden in der Markthalle, quer durch die ausgestellten Modelle und schlendernden Menschen hindurch. Noch ein letzter prüfender Blick, schon ist Shane im Besitz eines eigenen, fast neuwertigen Velos.

Nebst den Kindervelos seien nach wie vor auch die günstigen, nicht gerade neuwertigen Bahnhofvelos sehr begehrt, sagt Mirko Jordi. Zudem seien in diesem Jahr vermehrt gebrauchte E-Bikes angeboten worden. Ein einzelner Flyer (Neupreis rund 6000 Franken) war für 2900 Franken zu haben. Erstaunlicherweise aber hielt sich das Interesse für die Elektrovelos in Grenzen. «Es liegt wohl am fehlenden Vertrauen», mutmasst Jordi. Anders als bei einer Kette oder einem Rad sehe man den Akkus und der Elektronik schliesslich nicht auf den ersten Blick an, wie funktionstüchtig sie noch sind.

Rund 300 Velos verkauft

Gegen 600 Fahrräder seien heuer zum Verkauf gestanden, schätzt Mirko Jordi. Und rund die Hälfte davon habe einen neuen Besitzer gefunden. Diejenigen Velos, die nicht verkauft werden konnten, müssen vom Anbietenden jeweils nach Börsenschluss wieder abgeholt werden.

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