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Berner Fachhochschule bildet gabunische Holzexperten aus

Hoher Besuch aus Gabun in Burgdorf: Am Donnerstag besuchte der Präsident des zentralafrikanischen Staates, Ali Bongo Ondimba, das Schloss.

Die gabunischen Holzingenieure erhoffen sich von ihren Schweizer Berufskollegen ein breites Know-how, das sie mit nach Hause nehmen können.
Die gabunischen Holzingenieure erhoffen sich von ihren Schweizer Berufskollegen ein breites Know-how, das sie mit nach Hause nehmen können.
Andreas Blatter

Dort unterzeichneten der Bildungsminister Gabuns und Vertreter des Kantons Bern Verträge für eine Zusammenarbeit in der Holzverarbeitung.

Demnach sollen Holzingenieure der Berner Fachhochschule ihr Wissen an ihre Kollegen aus Afrika weitergeben. Die Republik Gabun will nach Angaben der Berner Fachhochschule künftig Holz nicht mehr vorwiegend als Rohstoff exportieren. Das Land möchte mit Hilfe der Schweizer das Holz möglichst selber hochwertig verarbeiten.

So sollen unter der Leitung von Schweizer Holztechnikern und - ingenieuren in Gabun schon bald industriell produzierte «Holz-High- End-Produkte» entstehen. Die Vorbereitungen für das Impulsprogramm beginnen in den nächsten Wochen.

Vorgesehen ist eine intensive Schulung im Technologiepark des Fachhochschul-Departements Architektur, Holz und Bau in Biel. Den letzten Teil ihrer Schulung erhalten die angehenden afrikanischen Ausbilder in ihrem eigenen Land.

Die Zusammenarbeit ist vorerst auf fünf Jahre befristet. Das Projekt ist nicht das erste, das die Holzabteilungen der Berner Fachhochschulen mit Unternehmen in Gabun umsetzen. In den letzten Jahren reisten regelmässig Studierende im Rahmen von Praktika in Gabuns Hauptstadt Libreville.

Kissen und Lebkuchen

Seitens des Kantons Bern sagte Regierungsrat und Erziehungsdirektor Bernhard Pulver, er sei stolz darauf, dass Gabun die Schweiz als Partnerin für Projekte in der Holzverarbeitung ausgewählt habe. Diese passten zum Knowhow der Berner Holzspezialisten, das auf Ökonomie und Ökologie basiere.

Auch Rudolf Gerber, Rektor der Berner Fachhochschule, begrüsste die Kooperation zwischen den Holzexperten beider Länder. Die wichtigsten Ziele der Zusammenarbeit seien die nachhaltige Bewirtschaftung des Holzes, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Steigerung der Lebensqualität, sagte Gerber.

Nebst dem gabunischen Präsidenten nahmen an der Zeremonie im Rittersaal des Schlosses Burgdorf auch Regierungsvertreter, Sicherheitsleute und Journalisten des afrikanischen Landes teil. Als einziger durfte der Präsident auf einem Holzstuhl mit goldenem Kissen sitzen.

Zum Abschluss des Anlasses überreichte Heinz Müller, Direktor des Fachhochschul-Departements Architektur, Holz und Bau, dem Staatsoberhaupt Gabuns einen grossen Lebkuchen als Geschenk. Nach der Vertragsunterzeichnung zog die gabunische Delegation weiter nach Biel, um die Forschungsanlagen der Berner Fachhochschule zu besichtigen.

Wichtiges Exportgut

Gabun sei ein moderner afrikanischer Staat, der beachtenswerte Forstschritte bei der Verankerung demokratischer Institutionen und Strukturen erreicht habe, schreibt die Fachhochschule. Holz gehöre neben Erdöl und Mangan zu den wichtigsten Exportgütern Gabuns.

Die Waldfläche des afrikanischen Landes sei rund zwanzig Mal grösser als jene der Schweiz. Rund elf Prozent des Staatsgebietes seien als Reservat ausgewiesen. Die Schutzzonen würden mit der Unterstützung Frankreichs, der EU und zum Teil der USA unterhalten. So soll unkontrolliertem Tropenholzabbau vorgebeugt werden.

(SDA)

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