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Bernhard Antener kann es nicht lassen

Ende Jahr finden in Langnau Gesamterneuerungswahlen statt. Überaus spannend werden sie nicht, das ist seit gestern klar: Bernhard Antener kandidiert für eine sechste – und wahrscheinlich letzte – Amtsdauer als Gemeindepräsident.

Susanne Graf
Will in Langnau weiterhin die Richtung vorgeben: Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP).
Will in Langnau weiterhin die Richtung vorgeben: Gemeindepräsident Bernhard Antener (SP).

Fred Wenger war 11 Jahre Gemeindepräsident von Langnau, sein Vorgänger Kurt Liechti hat die Geschicke der Gemeinde während 15 Jahren geleitet. Dann wurde Letzterem für sein Engagement die Ehrenbürgerschaft verliehen. Doch sein Durchhalten war noch gar nichts im Vergleich zur Ausdauer, die Bernhard Antener im Amt des Langnauer Gemeindepräsidenten beweist. Bald 20 Jahre hat er auf dem Buckel, aber von Amtsmüdigkeit ist offenbar noch keine Spur. Gestern gab er bekannt, dass er am 3.November erneut für das Amt des Gemeindepräsidenten kandidieren wird.

Es knistert im Gebälk

«Reiflich» habe er sich diesen Entscheid überlegt, schreibt der SP-Politiker in einer Medienmitteilung. Es hätte tatsächlich nicht weiter erstaunt, wenn Antener nach 20 Jahren abgedankt hätte. Während in Langnau jahrelang relativ einträchtig politisiert wurde, kamen in letzter Zeit zunehmend kritische Stimmen auf. Einigen Bürgern ging das Engagement des Gemeinderates in Sachen Ilfishalle zu weit. Sie kritisieren den Gemeinderat für die aktuell angespannte finanzielle Situation und dafür, dass deshalb ungewiss ist, wann die seit langem geforderte Dreifachturnhalle im Oberfeld realisiert werden kann. Zudem ist im Dorf eine Kontroverse um die Schutzwürdigkeit historischer Bauten im Gang.

Obwohl das politische Klima in letzter Zeit rauer geworden sei, bleibe er motiviert, Kommunalpolitik zu machen, schreibt Antener und fügt an: «Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner langjährigen politischen Erfahrung und dank meiner breiten Vernetzung in der Lage bin, gerade in diesen finanziell schwierigen Zeiten einen Beitrag zu leisten, das Schiff auf Kurs zu halten und mehrheitsfähige Lösungen zu erarbeiten.» Zudem sei es nicht seine Art, sich nach der Vollendung grösserer Projekte – Antener nennt nebst der Ilfishalle die Einführung der Regionalkonferenz und die Ortsplanungsrevision – «aus der Verantwortung zu stehlen, während andere wichtige Pläne auf die Umsetzung warten».

Antener findet: «Kontinuität in den politischen Gremien schadet im Moment nicht.» Tatsächlich stehen die Zeichen so, dass sich an der Zusammensetzung des Langnauer Gemeinderats in der kommenden Legislatur nicht viel ändern wird. Acht der bisherigen Ratsmitglieder treten wieder an. Nebst Antener sind dies für die SP Renate Strahm und Susanne Kölbli sowie Hans Peter Schenk für die BDP, Heinz Lauenstein für die FDP, Erich Wolfensberger für die EVP und Christine Röthlisberger und Bernhard Gerber für die SVP. Einzig Rudolf Kläy, der Ende Jahr 12 Jahre für die SVP im Gemeinderat politisiert haben wird, tritt nicht mehr an. Vorher sei er 8 Jahre im Grossen Gemeinderat gesessen, sagt er und kommt zum Schluss: «20 Jahre sind genug.»

Weiteres Highlight

Ausdauer beweist Antener auch im Grossen Rat. Dort absolviert er gegenwärtig seine vierte Amtsdauer. Im Frühling 2015 endet sie für ihn mit einem Highlight: Er ist der designierte neue Grossratspräsident. Als höchster Berner wird er mit der laufenden Legislatur auch die Politik auf kantonaler Ebene beenden. Vorher werde ihn das Amt, das er von Juni 2013 bis Mai 2014 innehaben wird, zeitlich noch stark beanspruchen. Danach werde er sich aber «im Fall einer Wiederwahl» voll auf das Gemeindepräsidium konzentrieren können, schreibt der 54-jährige selbstständig erwerbende Rechtsanwalt. Bisher wurde er jeweils mit gut 90 Prozent aller Stimmen im Amt bestätigt.

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