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Besitzerin bleibt hart, «Löwen» bleibt leer

Seit gut vier Jahren schlummert die Liegenschaft des Restaurants Löwen in Oberburg vor sich hin. Niemand wollte bisher die geforderten 1,5 Millionen Franken bezahlen. Doch Besitzerin Catherine Heng gibt nicht nach.

Lilo Lévy
Es tut sich gar nichts hinter den dicken Mauern der einst so stolzen Löwen-Liegenschaft. Der Betrieb steht seit Jahren still.
Es tut sich gar nichts hinter den dicken Mauern der einst so stolzen Löwen-Liegenschaft. Der Betrieb steht seit Jahren still.

Die einst so stolze Löwen-Liegenschaft gibt an zentraler Lage in Oberburg ein trauriges Bild ab. Seit nunmehr vier Jahren wird dort nicht mehr gewirtet, und das Haus steht leer. Da dieses kaum unterhalten wird, nagt der Zahn der Zeit sichtbar an der Bausubstanz. Auch die nähere Umgebung mit den verdorrten Kübelpflanzen hinterlässt einen tristen Eindruck.

Die Chronologie der Geschichte des denkmalgeschützten Traditionshauses könnte wechselvoller nicht sein. Seit 1998 geben sich Wirt um Wirt die Klinke in die Hand. Vor dreizehn Jahren kam der Gastrobetrieb aus der Jahrhundertwende unter den Hammer.

Für 1,5 Millionen Franken erhielt die Dezennium Finanz AG den Zuschlag. Die betreibungsamtliche Schatzung lag damals bei 2,2 Millionen Franken. Nur ein Jahr später gelangte das Haus in den Besitz von Catherine Heng. Weitere vier Jahre dauerte es allerdings bis zur Antrinkete.

Für die mittlerweile 48-jährige Frau mit kambodschanischen Wurzeln, die in Zürich weitere Gastrobetriebe besitzt, war die Freude am asiatischen Restaurant allerdings nur von kurzer Dauer. Noch heute führt Heng als Hauptgrund für die Betriebsschliessung Personalprobleme und Schwierigkeiten mit der Arbeitsbewilligung für gute asiatische Köche ins Feld.

Seit vier Jahren versucht die Besitzerin, den Löwen zu verkaufen. Interessenten habe es in den letzten Jahren so einige gegeben, sagt sie. Dieses Jahr hätten sich allerdings nur gerade zwei Bewerber gemeldet. Peter Baumer, der für den Verkauf zuständige Immobilienvermittler, bestätigt die angespannte Nachfrage.

Eine Offerte ist hängig

Momenta sei die Offerte eines Bewerbers aus der Region hängig, der den Saal nutzen und Wohnungen einbauen möchte. Nicht allein der Kaufpreis, sondern auch der Umstand, dass die nur sanft renovierte und im Innern desolat wirkende Immobilie nach dem Kauf noch umfassend renoviert werden müsste, hat bereits vor einem Jahr einen Burgdorfer Gastronomen vom Kauf abgehalten.

Nicht unter 1,5 Millionen

Bei allen bisherigen Interessenten war der zu hohe Preis von 1,5 Millionen Franken der Grund, sich vom Kauf zurückzuziehen. Aber an diesem lässt Heng bis heute nicht rütteln. Das hat auch der Burgdorfer CVP-Stadtrat Urs Pfister erfahren, als er sich vor vier Jahren für seinen Sohn um die Liegenschaft bemühte.

Er liess sogar ein Verkehrswertgutachten erstellen, welches das Kaufobjekt auf 1,3 Millionen Franken einschätzte. Aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen kam der Kauf nicht zustande. «Wir wollten nicht ein schönes, geschütztes Haus kaufen, sondern einen Betrieb, mit dem wir einen Ertrag erwirtschaften können», erklärt der Politiker.

In einem Mailwechsel mit Pfister zementierte Heng einmal mehr ihre harte Haltung. Zitat: «Wir sind schon von 2,2 Millionen Franken auf 1,7 Millionen Franken runter. Unser letztes Wort ist 1,5 Millionen Franken.» Catherine Heng scheint keine Eile zu haben, um den Löwen zu verkaufen.

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