Zum Hauptinhalt springen

Burgdorf – luftig wie eine Seifenblase

Die Burgdorferin Marie Gfeller hat ein poetisches Porträt ihrer Heimatstadt angefertigt: eine fotografische Bildserie, in der sich Gebäude, Örtlichkeiten und Häuserzüge in Seifenblasen spiegeln. Das Album brachte ihr den ersten Preis des Maturwettbewerbs ein.

Das Schloss wird von einem seifig-farbigen Band umrahmt.
Das Schloss wird von einem seifig-farbigen Band umrahmt.
Marie Gfeller/zvg

Der Jugendstilbrunnen beim Gymnasium. Die Kirche. Das Schloss. Die Staldenbrücke. Der Eingangsbau zum Freibad – und weitere Sujets aus dem Stadtbild. Sie alle haben etwas gemeinsam: Auf der jeweiligen Fotografie zeigen sie sich kugelig eingeschlossen, rauschhaft verzerrt und farblich verfremdet, denn es handelt sich um Spiegelbilder in Seifenblasen, umgeben von stillen Wasserflächen oder eingefasst von rankendem Blattwerk. Auf diese ungewöhnliche Weise hat die Gymnasiastin Marie Gfeller im Rahmen ihrer Maturarbeit ihre Heimatstadt porträtiert. Das Endprodukt, ein Fotoalbum, hat ihr den ersten Preis des burgerlichen Maturwettbewerbs eingebracht.

Über mehrjährige fotografische Erfahrung verfügte sie bereits, und da sie auch schon Spiegelungen in Weihnachtskugeln aufgenommen hatte, war es zur Idee mit den Seifenblasen nur ein kleiner Schritt. «Seifenblasen sind faszinierend und haben auch etwas Verspieltes», sagt Marie Gfeller.

Sie kaufte ein herkömmliches Set zum Erzeugen der schillernden Traumblasen, nahm ihre Kamera zur Hand und machte sich versuchsweise ans Werk. Das Problem war allerdings, dass sie mit der einen Hand Blasen machen und mit der anderen Hand die Kamera bedienen musste. Zudem schwebten die Blasen davon und zerplatzten schnell; das konnte nicht die Lösung sein.

So kam die Gymnasiastin auf die Idee, dass sie die Seifenblasen auf einem Untergrund fixieren könnte; auf diese Weise würden sie wenigstens nicht davonschweben. Das Problem der kurzen Lebensdauer war damit aber noch nicht gelöst. Eine Recherche brachte Hilfe: Im Internet fand sich eine Rezeptur für besonders zähe Seifenblasen. Man nehme destilliertes Wasser, Flüssigseife, Glyzerin sowie Puderzucker, lasse das Gebräu über Nacht stehen – und schon erhält man Seifenblasen, die ungefähr zwei Minuten Bestand haben.

Glatte Flächen, blauer Himmel

Nun konnte sich Marie Gfeller getrost an die Aufnahmen machen. Gute Ergebnisse erzielte sie, wenn sie die Seifenblasen auf einem möglichst glatten Untergrund – auf einem Blatt oder einer Wasserfläche – platzierte, einen wolkenlosen Tag wählte und beim Abdrücken genau jenen Moment erwischte, in der die Farbintensität der Seifenblase am grössten war.

Auf diese Weise entstand nach und nach eine Bildserie von eigentümlichem Reiz: Sie zeigt ein verspieltes, fliessendes, schwebendes und flüchtiges Burgdorf – eine Stadt der poetischen Träume. Grosse Pläne mit den preisgekrönten Fotografien hat deren Schöpferin keine. Vielleicht, überlegt sie, könnte sie ja versuchen, ein besonders gelungenes Bild irgendwo zu veröffentlichen. «Wir haben die Aufnahmen auch für Weihnachtskarten verwendet», sagt sie lachend. Viel mehr schwebe ihr damit im Moment nicht vor.

Dafür hat sie andere Pläne: Nach der Matur will sie sich professionell der Fotografie zuwenden, eine entsprechende Ausbildung machen und so im wahrsten Sinne des Wortes am Drücker bleiben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch