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Das Kunst-Monstrum kehrt heim

Die Skulptur «Fanfare», ein Ungetüm aus 30 Tonnen Beton, ist seit heute wieder in Langenthal: Drei Lastwagen zügelten das zersägte Kunstwerk aus Zürich in den Oberaargau – der wohl grösste Kunsttransport der Schweiz.

Der Abbau vor dem Kunsthaus in Zürich: Ein Kran hievt den 12 Tonnen schweren Betonkopf der «Fanfare» auf einen Sattelschlepper.
Der Abbau vor dem Kunsthaus in Zürich: Ein Kran hievt den 12 Tonnen schweren Betonkopf der «Fanfare» auf einen Sattelschlepper.
zvg

Das verlorene Kunstwerk ist zurück: Die 30 Tonnen schwere Monumentalskulptur «Fanfare» des Künstlers Robert Müller befindet sich seit heute Morgen wieder vor dem Gymnasium in Langenthal. 33 Jahre stand das Werk vor dem Kunsthaus in der Stadt Zürich – quasi in der Verbannung. Denn ursprünglich sollte die Betonskulptur den Platz vor dem Gymnasium schmücken. Doch die Langenthaler wehrten sich in den 1960er-Jahren derart heftig, dass die Verantwortlichen ihre Kunstpläne begraben mussten. Und so kam die «Fanfare» nach Zürich ins Exil.

Polizei begleitet Transporte

Für den Transport der in drei Teile zersägten «Fanfare» waren drei Sattelschlepper nötig. Als Erstes ist am Dienstag der rund 12 Tonnen schwere Kopf des Werks in Langenthal eingetroffen. In der Nacht auf heute folgten auf zwei Lastwagen die Bogen- und die Schrägstütze – beide auch um die 1o Tonnen schwer. Diese sperrigen Transporte begleitete die Polizei.

Mit dem Umzug endet einer der womöglich grössten Kunsttransporte, die es in der Schweiz je gegeben hat. Zumindest glaubt das Roli Wolfseher, Inhaber der Zürcher Firma Wolfseher und Partner AG. Der Ingenieur leitet die Organisation rund um Abbau, Umzug und Wiederaufbau der «Fanfare». Den Transport eines Kunstwerks mit diesen Ausmassen habe er noch nie erlebt, sagt Wolfseher, «das ist etwas Besonderes».

Auch bei der zuständigen Transportfirma Ernst Autotransport AG aus Zürich staunten die Mitarbeiter. Das Unternehmen hat zwar schon Schiffe, Helikopter und Häuser gezügelt. Aber etwas so Spektakuläres wie die «Fanfare» sei noch nie dabei gewesen, sagt der technische Berater und Betriebsleiter Martin Bächler. Besonders knifflig war für die Spezialisten, wie sie das Kunstwerk zersägen sollten, damit es transportierbar würde.

Der Kopf kommt am Schluss

Doch mit dem Umzug ist es nicht getan. Heute beginnen die Aufbauarbeiten vor dem Gymnasium. Erst werden die beiden Stützen des Kunstwerks verdübelt und verklebt. Weil die Konstruktion danach trocknen muss, wird der Kopf erst am Dienstag nach Pfingsten aufgesetzt. Ab zirka 8.30 Uhr fährt dafür ein 150 Tonnen schwerer Pneukran vor. Anfang Juni machen sich die Maler ans Werk. Schliesslich soll die «Fanfare» bei der offiziellen Einweihung am 30.Juni wieder in altem Glanz erstrahlen.

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