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Eine Auszeit von kürzester Dauer

Keine 14 Tage war Christian Kölliker (FDP) nicht mehr Gemeindepräsident in Wynau, da wurde der 50-Jährige am Montagabend bereits wieder ins Amt zurückgeholt.

Wieder im Amt: An sich hätte sich Christian Kölliker nach 14 Jahren eine politische Auszeit gönnen wollen. Jetzt ist er erneut Gemeindepräsident.
Wieder im Amt: An sich hätte sich Christian Kölliker nach 14 Jahren eine politische Auszeit gönnen wollen. Jetzt ist er erneut Gemeindepräsident.
Thomas Peter

Mit Erleichterung, aber auch mit dem guten Gewissen, seinem Nachfolger René Schwarz (parteilos, BFW) eine soweit wieder funktionierende Gemeinde übergeben zu können, hat sich Christian Kölliker (FDP) im Dezember als Gemeindepräsident von Wynau verabschiedet. Nun sollte beim 50-Jährigen wieder das eigene IT-Unternehmen im Vordergrund stehen. Auch parteipolitisch wollte er sich daher eine mindestens halbjährige Auszeit gönnen. Doch es kam anders. Wie Verwaltungsleiterin Isabel Ammann gestern bestätigte, hat der Gemeinderat Kölliker am Montagabend zurück ins Präsidentenamt gewählt. Er wird damit weiterhin die Geschicke der Gemeinde lenken.

Die Hiobsbotschaft kam kurz vor Weihnachten: Schwarz, seit 2013 Gemeinderat, gab seine Demission aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen bekannt. Das Gemeindepräsidium war somit verwaist, ehe er es überhaupt hatte antreten können. Überraschend schnell haben die BFW als bürgerliche Fraktion der FDP und SVP daraufhin schon am 26.Dezember einen Nachfolger melden können. Dessen Name wollten sie bis zur tatsächlichen Wahl durch den Gemeinderat am Montagabend jedoch nicht preisgeben. Erst jetzt wurde daher bestätigt, was im Dorf bereits gemunkelt wurde: dass der alte auch der neue Gemeindepräsident von Wynau ist.

Das Beste für die Gemeinde

Köllikers Freude über die einstimmige Wahl hält sich erwartungsgemäss in Grenzen. Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen, «ich habe mir das weder so ausgesucht noch so vorgestellt», sagte er. Im Gemeinderat wie in der Fraktion sei nach Schwarz’ Demission über mögliche Lösungen diskutiert worden. «Wir kamen zum Schluss, dass es das Beste für die Gemeinde ist, wenn ich noch eine Amtszeit anhänge.»

Denn andere Kandidaten seien von bürgerlicher Seite her keine zur Verfügung gestanden. Nur die SP hätte mit Michael Schweizer (parteilos) von den Wahlen Ende Oktober her noch einen Ersatz im Köcher gehabt. Den Sitz der Linken zu überlassen, «wäre aber nicht im Sinne der Bürgerlichen gewesen», sagt Kölliker, zumal dies die Problematik des vakanten Präsidiums kaum gelöst hätte. Von den bisherigen Gemeinderatsmitgliedern nämlich habe sich nach wie vor keines bereit erklärt, das Präsidium zu übernehmen. Und einem Neuen habe man das Amt nicht zumuten wollen. «Wir haben das Experiment mit einem Neuen im Präsidium einmal gemacht und gesehen, wie es rauskommt», verweist er auf das nur kurze Gastspiel von David Herzig (SVP) 2011.

Auch SP-Präsidentin Marie-Anne Reber zeigt sich mit Köllikers Wahl daher zufrieden. Obgleich es an sich traurig sei, dass in der Gemeinde mit ihren gut 1000 Stimmberechtigten tatsächlich jener wieder das Präsidium übernehmen müsse, der eigentlich habe aufhören wollen, sei es unter den gegebenen Umständen «sicher nicht die schlechteste Lösung».

Längstens 4 Jahre

Kölliker, der sich in seinem Unternehmen nun wird Unterstützung suchen müssen, stellt aber auch klar: «Ich werde das Präsidium längstens noch 4 Jahre ausüben.» Es sei nun Aufgabe des gesamten Gemeinderates, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin aufzubauen, die das Präsidium spätestens auf diesen Zeitpunkt hin übernehmen könnten. Kathrin Holzer«Wir haben das Experiment mit einem Neuen im Präsidium einmal gemacht und gesehen, wie es rauskommt.»

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