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Fahrende sorgen für Aufruhr

Fahrende aus dem Elsass sorgen in Wynau für rote Köpfe: Seit Tagen sollten sie ihren provisorischen Campingplatz verlassen, stattdessen kommen immer neue Wagen hinzu. Für die Anwohner ist die Situation «katastrophal».

Unerwünschte Gäste: Die Fahrenden sollten ihren provisorischen Campingplatz in Wynau längst verlassen. Stattdessen wächst die Wagenkolonie weiter – und die Landbesitzer geraten zunehmend unter Druck.
Unerwünschte Gäste: Die Fahrenden sollten ihren provisorischen Campingplatz in Wynau längst verlassen. Stattdessen wächst die Wagenkolonie weiter – und die Landbesitzer geraten zunehmend unter Druck.
Thomas Peter

Mit der Ruhe ists vorbei am Leutschenweg in Wynau. Ein stetes Kommen und Gehen herrscht hier seit einigen Tagen, schwere Wohnwagen fahren vor und parkieren auf dem angrenzenden Landwirtschaftsland. Zigeuner aus dem Elsass, aus Deutschland und der Schweiz. In Wynau haben sie eine stattliche Campingsiedlung errichtet – zum Leidwesen der Anwohner. «Die Situation ist katastrophal, ich kann nicht verstehen, dass die Gemeindebehörden so etwas zulassen», empört sich Anwohnerin Ursula Arbenz. Und sie ist gewiss nicht die Einzige mit dieser Meinung.

Kot in Feld und Wald

Was die Wynauer besonders stört, ist der Dreck auf der Wiese und im benachbarten Wald. Überall stehen gefüllte Abfallsäcke, die Morgentoilette wird auf offenem Feld verrichtet, wo auch das Toilettenpapier liegen bleibt. «Das sind unhaltbare Zustände», findet Ursula Arbenz. Seit die Zigeuner hier hausen würden, fühle sie sich nicht mehr sicher und schliesse am Abend alles ein, was sich in ihrem Garten befinde. Nicht ganz zu Unrecht offenbar: Einer ihrer Nachbarn, der namentlich nicht genannt werden will, hat einige Kinder der Zigeuner neulich beim Klauen von Äpfeln und Birnen in den Gärten ertappt. «Diese Leute sind eine Plage», nervt er sich, «total frech und anmassend.»

Den negativen Höhepunkt erlebten die Quartierbewohner am letzten Samstag, kurz vor 17 Uhr: In einem Vorgarten neben dem Zigeunercamp gerieten ein Gebüsch und eine Tanne in Brand, der Baum muss nun gefällt werden. «Über die Brandursache kann ich noch keine Angaben machen», sagt Stefan von Below, Pressesprecher der Kantonspolizei. Als die Feuerwehr eingetroffen sei, hätten die Fahrenden das Feuer bereits gelöscht gehabt.

«Wollte eine Chance geben»

Eine unangenehme Situation – auch für die Besitzer des Landstücks beim Leutschenweg. Als die Fahrenden vor zwölf Tagen bei ihm vorbeigekommen seien, habe er ihnen «eine Chance geben wollen» und deshalb für drei Nächte zugesagt, erklärt Bauer Ueli Hunziker.

Von Weiterziehen war nach Ablauf dieser Frist aber keine Rede. Stattdessen kamen zu den anfänglich drei Wagen immer neue hinzu. Inzwischen sinds 14, und die Familie Hunziker hofft nichts sehnlicher, als dass der Spuk endlich vorbeigeht. «Denn die Stimmung im Dorf ist schlecht wegen der Fahrenden», weiss Bäuerin Maja Hunziker.

Gehen sie am Mittwoch?

Wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt der Wynauerin: Gestern haben die Zigeuner einen Räumungsvertrag unterschrieben, wonach sie das Feld bis am Mittwoch verlassen müssen. Ob sie das auch tun werden, ist freilich eine andere Frage. «Ich bin skeptisch», sagt selbst die Bäuerin. Eines ist für sie schon heute klar: Sollten wieder einmal Zigeuner auf ihrem Hof vorbeischauen und nach einem Campingplatz fragen, sie werden keine zweite Chance erhalten. «Denn so etwas», sagt Maja Hunziker, «möchte ich nicht noch einmal erleben.»

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