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Gerbers müssten eine Linde fällen, die sie gar nicht fällen dürfen

So viel ist der Gemeinde die mächtige Linde an der Dorfstrasse wert: Weil sie verhindert, dass die Eigentümer den Baum fällen und so einen leidigen Nachbarschaftsstreit aus der Welt schaffen können, zahlt sie 50'000 Franken.

Die teuerste Linde weit und breit steht wohl in Ersigen. Allein die Gemeinde muss für den mächtigen Baum, der unübersehbar zur Rechten an der Dorfstrasse gegen Kirchberg zu steht, satte 50'000 Franken hinblättern. Auf diesen Betrag habe man sich mit der Eigentümerschaft in einem aussergerichtlichen Verfahren geeinigt, teilt der Gemeinderat mit, «da der Fall juristisch äusserst komplex ist und ein positiver Entscheid zugunsten der Gemeinde nicht garantiert werden kann». Zugleich betont er, dass die Vergleichszahlung «ohne Schuldanerkennung und Präjudiz» so beschlossen worden sei.

Aussergerichtlicher Vergleich? Juristisch komplexer Fall? Genau: In seiner Mitteilung hält der Gemeinderat weiter fest, dass die Eigentümer der teuren Linde zuvor Ersigen auf materielle Enteignung eingeklagt hatten. Nachdem sie selber «wegen der von der Gemeinde untersagten und damit unterblieben Fällung in einem zivilrechtlichen Verfahren rechtskräftig verurteilt und zu hohen Zahlungen verpflichtet» worden waren, wie das Communiqué reichlich verklausuliert fortfährt – was genau das heissen soll, mag Gemeinderatspräsident Jürg Kaeser im Moment nicht weiter erklären. Man werde im Winter direkt an der Gemeindeversammlung informieren, lässt er nur äusserst kurz angebunden verlauten. Vorher sage er nichts.

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